Erstellt am 16. Juni 2016, 04:35

von Jutta Hahslinger

Verhassten Nachbarn in Bredouille gebracht. Unberührte Schneedecke am Wagen des angeschwärzten Opfers aus Krems entlarvte Mutter und Tochter als Schwindlerinnen.

Richter Gerhard Wittmann zur beschuldigten Kremserin: »Wie konnte der Anrainer ins Wageninnere kommen? Nur durch Zauberei.«  |  NOEN, Foto: Shutter-stock, blurAZ

"Ich wusste gar nicht, wie mir geschah. Plötzlich stand die Polizei vor der Tür und fragte nach einer Waffe, die ich drohend gegen meine Nachbarin am Parkplatz gezückt haben soll. Ich kannte mich im ersten Moment überhaupt nicht aus. Ich habe keine Waffe, nicht einmal eine Spielzeugpistole, und so einen Vorfall hat es auch nie gegeben. Wir haben zwar seit Jahren Streitereien mit dieser Familie, aber die beschränkten sich bislang auf verbale Wortduelle. Ich ließ die Beamten die Wohnung und den Keller durchsuchen“, schildert der 35-jährige Kremser die Ereignisse am 17. Jänner dieses Jahres vor Gericht. Er vermutete eine Racheaktion der Anrainerfamilie.

Als die Beamten der Anzeige der Kremserin (46), der Nachbar habe sie am Parkplatz mit einer Waffe bedroht, nachgingen, entpuppte sich der Angeschwärzte immer mehr als Unschuldslamm: Der 35-Jährige konnte gar nicht im Wagen gesessen und mit einer Waffe gedroht haben, wie das Duo behauptet hat, da das Fahrzeug von einer unberührten Schneedecke umhüllt war. Das Mutter-Tochter-Gespann zeigte sich flexibel und änderte die Version auf „Drohung vor dem Auto.“

Es wurde bei dem Anrainer aber keine Waffe gefunden und die mutmaßliche Schwindelei der Kremserin immer offenkundiger: Schlussendlich wanderte die 46-Jährige mit ihrer Tochter auf die Anklagebank. Die bislang unbescholtene Kremserin wurde wegen Falschaussage und Verleumdung zu sieben Monaten bedingt verurteilt. Für den Teenager, der zugunsten der Mutter ausgesagt hatte, setzte es sechs Wochen auf Bewährung.

Nicht rechtskräftig.