Erstellt am 15. Dezember 2015, 05:48

von Udo Sagl

Veto: Krems sagt nein zum Plan "Asylhotel". „So nicht!“ Stadtchef Resch kämpft mit klaren Worten gegen die Idee, 200 Flüchtlinge im Parkhotel einzuquartieren.

»Im Herzen der Stadt«: Das Parkhotel liegt in unmittelbarer Nähe mehrerer Schulen.  |  NOEN, Johann Lechner

Das brandheiße Gerücht machte ganz schnell die Runde. „Im Parkhotel werden bald 400 Flüchtlinge einziehen“, hieß es zu Beginn der Vorwoche. Und es war mehr als nur eine „Rederei“ . . .

Zwar geht (oder ging) es „nur“ um 200 Flüchtlinge. Aber es steckt(e) eine ganz konkrete Idee dahinter. „Jemand hat von privater Seite her beim Land angeboten, das Parkhotel zu einem Asylquartier zu machen“, lässt das Rathaus verlauten, ohne dabei ins Detail zu gehen.

Brisant: Hotelchef Michael Lötsch weiß nichts von solchen Plänen. „Solange ich etwas zu sagen habe, kommt ein Asylheim nicht in Frage. Das Hotel läuft gut. Und das soll auch so bleiben.“ Allerdings: Private Investoren haben sich schon vor längerer Zeit eine Kaufoption gesichert und wollen das Hotel bei nächster Gelegenheit „verwerten“.

Verteilung auf kleine Quartiere besser

Wie auch immer. Krems hat ein „Veto“ eingelegt. Stadtchef Resch spricht sich ungewöhnlich vehement gegen ein „Asyl-Hotel“ aus, das einer ausgewogenen Verteilung auf kleine Quartiergrößen widerspreche.

In einem Schreiben an Landesrat Maurice Androsch (SPÖ) heißt es unter anderem: „Das in Erwägung gezogene Parkhotel als Unterkunft für Flüchtlinge würde unsere Aufbauarbeit in Sachen Integration mit einem Schlag zunichtemachen.“

Resch verweist dabei vor allem auch auf die Lage des Parkhotels – „im Herzen der Stadt, in unmittelbarer Nähe des Schulzentrums, zweier Gymnasien, eines Veranstaltungszentrums und des Stadtparks“.

Rechtlich gesehen, hat der „Einspruch“ von Krems kein Gewicht. Politisch gesehen, zeigt die Intervention sehr wohl Wirkung: Landesrat Androsch hat Resch versichert, von einem „Flüchtlingslager Parkhotel“ Abstand zu nehmen.