Erstellt am 27. Mai 2016, 05:04

von Petra Vock

Viertelfestival: Kunst und Geschichte. ;Das Projekt "Fluchtwege" erinnerte mit verschiedenen Gedenk-Beiträgen an Verfolgung und Massaker von 1945.

Gedenk-Wanderung als Beitrag zum Viertelfestival: Im Bild einige Teilnehmer, darunter Projektleiter Gregor Kremser (Obmann von "raumgreifend"), Josef Böck (Obmann des Kulturvereines Paudorf), Karl Reder (Obmann des Forum Favianis) und Projektleiter Robert Streibel.  |  NOEN, Gertrude Lechner

Auf einer der Fluchtrouten der sogenannten „Kremser Hasenjagd“ vom April 1945 fand am Samstag eine Gedenk-Wanderung statt, die von Stein über Mautern nach Paudorf führte. Das Projekt unter dem Motto „Fluchtwege“ war von einer Jury für das Viertelfestival 2016 ausgewählt worden.

Im Zentrum stand die Geschichte eines griechischen Überlebenden, die der Historiker Robert Streibel auf der Wanderung in Etappen vortrug.

Dass es auch bemerkenswerte Fälle von Zivilcourage gab, darüber sprachen im Mauterner Schloss Karl Reder und Manfred Schovanec: Teile der Mauterner Bevölkerung hatten Häftlinge vor den NS-Schergen versteckt. An ihren Mut und ihre Menschlichkeit erinnert nun ein Baum, der als Teil des Projektes bei der NMS Mautern gepflanzt wurde.

Viele künstlerische Beiträge

An der Donau verschickte der Künstler Jochen Sengseis Flaschenpost – wer sie findet, erhält eine anlässlich des Projektes angefertigte Originalgrafik. Außerdem gab es viele weitere künstlerische Beiträge. Der Ausklang fand im Kunstverein Paudorf statt – auch Obmann Josef Böhm war mitgewandert.

Sabine Bauer-Mayerhofer streute auf dem ganzen Weg Blumensamen: In ein paar Wochen soll eine gold-gelbe Spur an die Menschen erinnern, die sich im April 1945 hier hoffnungsvoll auf den Weg zurück in ihre Heimat gemacht hatten.

Im Atelier „funkundküste“ in der Steiner Landstraße 14 ist noch bis 18. Juni die Ausstellung „April in Stein“ über das Massaker von 1945 zu sehen.