Erstellt am 19. Juli 2016, 12:42

von Karl Pröglhöf

Marillenernte läuft nur schleppend an. Ausfälle durch Frost, Reife der Früchte etwas später – aber Kremser Fest war ein Erfolg.

Lechner

In der Kremser Innenstadt wurde am Freitag und Samstag das Traditionsfest „Alles Marille“ mit kulinarischen Schmankerln und Getränken aus der Frucht gefeiert. Auf den Bäumen in der Region blitzte aber nur auf wenigen Stellen das typische Orange durch. Viele Früchte waren noch fast grün – oder es hingen überhaupt keine in den Obstgärten.

Schuld daran sind drei Frostnächte während der Blütezeit im April, die zu großen Ernteausfällen geführt haben. „Wir erwarten nur die Hälfte einer Normalernte“, schätzt Karl Bachinger, Obstbauexperte der Kremser Bezirksbauernkammer den Ertrag auf rund 1,5 Millionen Kilo.

Ernteausfälle unterschiedlich hoch

Wobei die Ernteausfälle innerhalb weniger Kilometer Entfernung recht unterschiedlich ausfallen: „Im Spitzer Graben sind die Gärten leer, im Bereich Arnsdorf, Mautern oder Unterbergern sieht es deutlich besser aus“, so Bachinger.

Da die Haupternte erst in diesen Tagen anläuft – durch den vielen Regen besteht zudem die Gefahr, dass die Früchte aufspringen – war die markenrechtlich geschützte „Wachauer Marille“ (es handelt sich um alte Sorten) noch kaum auf dem Markt, wo für das Kilo zwischen 4 und 5 Euro für heimische Ware (vorwiegend Rohrendorf, Gedersdorf) verlangt wurden.

„Alles Marille“ erwies sich jedenfalls mit der Mischung aus Kulinarik, Kunsthandwerk und Folklore an beiden Tagen als Publikumsmagnet.

Nächstes Highlight: Marillenkirtag in Spitz

Bereits seit dem Jahr 1950 wird auf dem Spitzer Kirchenplatz am vorletzten Wochenende im Juli der Marillenkirtag zelebriert.

Der Tourismusverein gemeinsam mit zahlreichen Vereinen sorgt für viel Unterhaltung und ein großes Angebot an Spezialitäten aus der Region, die sich aus der Wachauer Marille zubereiten lassen – darunter die Marillenknödel aus dem legendären „Marillenknödel-Automaten“. Dazu gibt es natürlich viel Wachauer Wein.

Höhepunkt des Festes ist seit dem Jahr 1997 die Verleihung der „goldenen Marille“, die der Tourismusverein an Personen vergibt, die „durch ihren Einsatz Positives für die Gemeinde, die Region und das Bundesland NÖ bewirkt haben“. Das Ehrenzeichen wird von einem Spitzer Goldschmied hergestellt und ist jeweils ein Unikat.

Das Programm

Donnerstag, 21. Juli
18 Uhr Festbeginn, 19 Uhr Dämmerschoppen mit der Trachtenkapelle Spitz. Eintritt frei.

Freitag, 22. Juli
15 Uhr Festbeginn, Musik „Duo Gusimusi“, 19 Uhr Festeröffnung durch König Marillus und Prinzessin Aprikosia, Musik der „Donauprinzen, ab 21 Uhr Bar der Volkstanzgruppe im Schloss Spitz.

Samstag, 23. Juli
10 Uhr Festbeginn, ab 12 Uhr Musik von „Gusimusi“, ab 15 Uhr Unterhaltung mit dem „WPoS“-Blasmusikorchester aus OÖ, ab 19 Uhr Musik und Tanz mit „Impulse Event Music“, ab 21 Uhr Bar der Volkstanzgruppe im Schloss Spitz.

Sonntag, 24. Juli
9 Uhr Festbeginn, ab 10 Uhr Frühschoppen mit der Trachtenkapelle Spitz, ab 12 Uhr „Gusimusi“, 15 Uhr Festzug vom Hotel Wachauerhof zum Kirchenplatz, Verleihung der „goldenen Marille“, Auftritte der Kindervolkstanzgruppe und der Volkstanzgruppe, ab 18 Uhr Musik von „Just dance“.

Eintritt am Freitag, Samstag und Sonntag: 3 Euro.