Spitz , Rossatz-Arnsdorf

Erstellt am 08. April 2017, 05:51

von Gertrude Schopf

Mini-Wasserkraftwerk Stromboje „ist serienreif“. Zehn Jahre hat Fritz Mondl seine Stromboje entwickelt und getestet, jetzt soll sie in Produktion gehen.

Im Bild die Stromboje 3.1, die bei Kienstock in der Donau hängt, mit ihrem Erfinder Fritz und dessen Sohn Max Mondl.  |  Lechner

Seit Dezember des Vorjahres hängt sie bei Kienstock in der Donau, die „Stromboje 3.1“, liefert trotz zwischenzeitlichem Rekordniederwasser Strom – und sie soll nun in Serie gehen.

Laut ihrem Erfinder Fritz Mondl („Aqua Libre“) ist das „Mini-Wasserkraftwerk“ nach zehnjähriger Entwicklungs- und Testzeit ausgereift. „Wir wollen von der Handstrickerei wegkommen, ab jetzt nehmen wir Bestellungen an“, so Mondl.

„Warten auf den Stetigkeitsnachweis“

Um an Geld für die abschließende Entwicklung und Produktion zu kommen, hat er im Vorjahr eine Anleihe aufgelegt. Diese Aktion wird Mondl heuer wiederholen, und dann liegt der Ball – unter anderem – beim Arbeitskreis Wachau, der sich vier Strombojen-Standorte zwischen St. Michael und Spitz genehmigen hat lassen (vier weitere bei Kienstock gehören der EVN) .

„Wir warten auf den Stetigkeitsnachweis, dass die Stromboje mindestens ein halbes Jahr mit entsprechender Leistung gelaufen ist“, begründet Arbeitskreis-Vorsitzender Andreas Nunzer, warum bislang noch kein Auftrag erteilt wurde. Mondl ist überzeugt, dass die Stromboje 3.1 diese Vorgaben erfüllen wird, die gesamte Anlage sei auf eine Lebensdauer von mindestens 175.000 Stunden ausgelegt.

Ein Rotor mit einem Durchmesser von 2,5 Metern, ein verbesserter Diffusor aus Polyethylen, ein selbstreinigender Stahlseil-Rechen und eine neue Elektronik hätten den Wirkungsgrad des Generators gesteigert. 70 kW beträgt laut Mondl die Nennleistung bei einer Strömung von 3,3 Metern pro Sekunde. Produzieren möchte Mondl ab 2018 einmal 25 Stück der Boje, es gebe internationale Abnehmer und Betreiber unter anderem in der Schweiz.

Als Werksstandort ist der Hafen Krems im Gespräch. Mondl verhandelt mit dem Hafenbetreiber, es gibt aber noch keine fixe Abmachung.