Erstellt am 09. Februar 2016, 09:07

von Thomas Werth

Wirbel um Rodungen am Kraxenweg. Anrainer kritisieren das Fällen von Bäumen trotzvertagter Bauverhandlung. Laut Behörde ist Vorgehen aber rechtens.

Der Großteil der Bäume wurde beim noch freien Grundstück der Offiziersgründe umgeschnitten.  |  NOEN, Foto: privat

Da staunten die Anrainer der sogenannten Offiziersgründe nicht schlecht, als Ende der Vorwoche  trotz vertagter Bauverhandlung (die NÖN berichtete) erstmals Bagger anrollten. Laut Helmut Paul Wallner von der Baupolizei wurden damit zwei bis drei Meter tiefe Löcher gegraben, um Bodenproben zu entnehmen: „Die Bauverhandlung wurde unterbrochen, um Gutachten einzuholen. Eines davon betrifft die Bodenmechanik.“

Das Grundstück selbst war danach aber nicht mehr wiederzuerkennen. „Für drei kleine Löcher wurden mit Kettensägen rund 90 Prozent der bis zu 70 Jahre alten Bäume umgeschnitten“, ärgert sich Erhard Prantz. Dazu kommt, dass laut Prantz auch Blumenbeete und Gartenmöbel, die mit Erlaubnis des Eigentümers auf diesem Grundstück aufgestellt waren, durch die Arbeiten großteils zerstört worden sein sollen. „Es ist uns völlig unverständlich, dass während eines laufenden amtlichen Genehmigungsprozesses ein Investor vollendete Tatsachen schafft, indem er ohne erteilter Baugenehmigung rodet und planiert“, ärgert sich Prantz.

"Für Rodungen von Obstbäumen ist
keine Genehmigung erforderlich“

„Ich weiß, dass diese Sache dort äußerst sensibel ist. Für Rodungen von Obstbäumen ist aber keine Genehmigung erforderlich“, betont Wallner.

Walter Maier, Geschäftsführer der Baumanagement Maier GmbH, beteuert, das Einverständnis des Grundeigentümers für die Arbeiten gehabt zu haben. „Wir sind auch mit Sorgfalt umgegangen.“ Die Rodung sei deshalb durchgeführt worden, um das Bauvorhaben korrekt abstecken zu können. „Die Anrainer haben ja kritisiert, dass wir zu klein abgesteckt haben. Nur zwischen Hecken und Bäumen ging das nicht so gut“, erklärt Maier.