Erstellt am 24. Mai 2016, 08:17

von NÖN Redaktion

74,3 Prozent für Hofer in Kleinzell. 71,1 Prozent der Wahlberechtigten schritten im Bezirk Lilienfeld am 24. April bei der ersten Runde der Bundespräsidentenwahl zu den Urnen. Im Rahmen der Stichwahl am Sonntag sank die Wahlbeteiligung leicht auf 68,9 Prozent.

Norbert Hofer  |  NOEN, ERWIN SCHERIAU (APA)
71,1 Prozent der Wahlberechtigten schritten im Bezirk Lilienfeld am 24. April bei der ersten Runde der Bundespräsidentenwahl zu den Urnen. Im Rahmen der Stichwahl am Sonntag sank die Wahlbeteiligung leicht auf 68,9 Prozent.

Wahlsieger ist im Bezirk Norbert Hofer (FPÖ), der laut vorläufigem Wahlergebnis vom Sonntagabend zu Redaktionsschluss (ohne Wahlkarten) auf 57 Prozent der Stimmen kam. Ex-Grünen-Chef Alexander Van der Bellen schaffte 43 Prozent.

Hofer-Top-Wert mit 74,3 Prozent in Kleinzell

FPÖ-Bezirkschef Christian Hafenecker freut sich: „Als Obmann der FPÖ ist man im Bezirk nicht jeden Tag Wahlsieger. Das ist mir erst zum 2. Mal passiert.“ Die Gründe für das im Vergleich zum Bundesschnitt deutlich bessere Abschneiden Hofers im Bezirk liegen für Hafenecker auf der Hand: „Der Bezirk hat ein traditionell konservatives Wählerklientel und eine konservativ agierende ÖVP, von der wir viele Stimmen übernommen haben.“

Aber auch aus den Reihen der SPÖ-Wähler habe Hofer in heimischen Gefilden Stimmen für sich verbucht. Denn: „Das sind Leute, die mit beiden Beinen im Leben stehen und sehr rational entscheiden. Nach Empfehlungen von Staatskünstlern richten sie sich nicht“, beschreibt Hafenecker die rote Wählerschicht. Das bundesweit knappe Rennen zwischen Hofer und Van der Bellen kommt für Hafenecker nicht überraschend: „Es war mir von Haus aus klar, dass es Spitz auf Knopf steht und es eine Auseinandersetzung zwischen städtischem und ländlichem Raum wird.“

Traisens Grün-Gemeinderat Christian Pradl hat ebenfalls einen knappen Ausgang auf Bundesebene erwartet: „Damit habe ich gerechnet — wenn auch nicht, dass es so extrem knapp wird.“ Dass sich in Österreich zwei Lager entwickelt hätten, sei auf die allgemeine Unzufriedenheit mit den Großparteien zurückzuführen. Und: Hofers großes Stimmenpotenzial hänge natürlich mit der Flüchtlingsthematik zusammen, weiß Pradl: „Viele, die eigentlich keine Rechten sind, drücken hier ihren Unmut aus.“

Vom neuen Präsidenten erwartet sich Pradl, dass er „diese zwei Lager wieder zusammenführt“ und dass der neue Mann an der Spitze Österreich international würdig vertritt.

Van der Bellen: Stark in Lilienfeld, Hohenberg

Der Blick zu den Gemeindeergebnissen zeigt den meisten Zuspruch für Norbert Hofer in Kleinzell (74,3 Prozent), den geringsten in Lilienfeld (49,7 Prozent). Insgesamt überschritt der FPÖ-Kandidat in sechs der vierzehn Bezirksgemeinden die 60-Prozent-Marke.

Alexander Van der Bellen kam in heimischen Gefilden nur in der Bezirkshauptstadt über 50 Prozent. An der 50-Prozent-Marke kratzte Van der Bellen in Hohenberg, wo er 48,2 Prozent der Stimmen einfuhr.