Erstellt am 08. März 2016, 05:04

von Nadja Straubinger und Thomas Peischl

Arbeiterkammer: Endabrechnung war falsch. Schwerpunkt der Arbeiterkammer lag 2015 auf dem Gastgewerbe. In Lilienfeld wurde ein Fall-Beispiel aus der Hotellerie präsentiert. Nur vier statt sechs Monate Abfertigung bezahlt.

Der Leiter des Rechtsschutzbüros West Karl Heigel, Lilienfelds Bezirksstellenleiter Burkhard Eberl und AK-Vizepräsident Michael Fiala präsentierten die Arbeitsrechtsbilanz 2015 des Bezirks.  |  NOEN, Peischl

Ansprüche von Arbeitnehmern in der Höhe von rund 1,3 Millionen Euro konnte die Arbeiterkammer im Bezirk Lilienfeld für ihre Klienten einbringen. Für 129 Arbeitnehmer forderte die AK Lilienfeld ausstehende Löhne und Gehälter ein. Außerdem wurden rund 1,2 Millionen Euro für 54 Arbeitnehmer aus sieben insolventen Betrieben gesichert.

Der Schwerpunkt 2015 lag auf dem Gastgewerbe, „unserem Sorgenkind“, so AK-Vizepräsident Michael Fiala. Dabei solle die Bilanz kein Tribunal sein: „Es ist nicht so, dass wir die Gastronomie verteufeln.“ Oft handle es sich um Irrtümer. Allerdings: Arbeitsrechtsexperte Karl Heigel: „45 Prozent aller Dienstverhältnisse im Hotel- und Gastgewerbe sind nicht korrekt gemeldet, in der Regel zu gering.“ Als Beispiel für die Problematik im Bezirk wird eine Dienstnehmerin angeführt, die nach 15 Jahren kündigte, weil sie das Pensionsalter erreicht hatte. Die Endabrechnung wurde erstellt und die Ansprüche ausbezahlt.

Zur Sicherheit fragte die Dienstnehmerin bei der Arbeiterkammer nach. „Es wurden nur vier statt sechs Monatsentgelte Abfertigung bezahlt“, so Bezirksstellenleiter Burkhard Eberl. Die Dienstnehmerin hatte auch selbst Aufzeichnungen geführt. Diese wichen aber stark von jenen des Dienstgebers ab. Bezirksstellenleiter Burkhard Eberl: „Der Dienstgeber wusste, dass er Dreck am Stecken hatte.“ Es kam zur außergerichtlichen Einigung.“

AK-Jahresbilanz 2015 im Bezirk

Arbeits- und sozialrechtliche Beratungen:

  • 841 persönliche Beratungen

  • 1.615 telefonische und schriftliche Beratungen

  • 110 Interventionen beim Arbeitgeber

  • 19 Mal kostenloser Rechtsschutz

Eingebrachtes Geld:

  • Außergerichtlich: 107.111 Euro

  • Gerichtlich: 16.097 Euro

  • Insolvenzvertretung: 1.175.302 Euro