Erstellt am 06. Juni 2016, 07:57

von Astrid Krizanic-Fallmann

Asyl-Haus ist eröffnet. Große Beteiligung bei Feier am Sonntag. Alleinerziehende Mutter mit sechs Kindern ist die erste Bewohnerin.

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Es ist ein Freudentag, alle haben zusammengeholfen, wie bei einer Sinfonie, da spielen auch alle zusammen“, betonte Andreas Großbauer, Vorstand der Wiener Philharmoniker.

Unter großer Beteiligung fand am vergangenen Sonntag die Eröffnung mit ökumenischer Segnung des vom österreichischen Spitzenorchester initiierten „Hauses für Asylsuchende St. Aegyd“ statt. „Im September des Vorjahres, als wir die schlimmen Bilder sahen, wollten wir etwas tun“, schilderte Großbauer. Die Idee, das ehemalige Gasthaus Stiefsohn für ein Flüchtlingsquartier zu adaptieren, hatte Norbert Täubl, langjähriges Orchestermitglied und gebürtiger St. Aegyder.

„Wir haben unseren klingenden Namen genützt“

Die Kosten von 250.000 Euro (Kaufpreis, Adaption, Umbau) wurden teils aus eigenen Mitteln der Philharmoniker, teils durch Spenden und erstmalig durch „Crowdfunding“ aufgebracht. Über diese Schwarmfinanzierung wurden in knapp zwei Monaten 75.000 Euro akquiriert. „Wir haben unseren klingenden Namen genützt“, so Großbauer. Dem Integrationshaus wollen die Philharmoniker zukünftig verbunden bleiben, kulturelle Aktivitäten sind zum Beispiel vorgesehen.

Betrieben wird die Unterkunft vom Flüchtlingsdienst der Diakonie. „Konzertsaal, sicherer Hafen als erstes Zuhause nach gefährlicher Flucht und eine Brücke“ soll die für einen offenen Austausch stehende Einrichtung sein, führte Alexandra Gröller von der Geschäftsführung der Diakonie an. Eine alleinerziehende Mutter mit sechs Kindern ist bereits eingezogen, eine weitere Familie soll bald kommen. „Norbert Täubl und allen Ehrenamtlichen“ dankte indes der evangelische Oberkirchenrat Karl Schiefermair.

Für die Moderation der Feier zeichnete Barbara Rett verantwortlich. Die Umrahmung erfolgte durch die Musikkapelle St. Aegyd, Mitglieder der Wiener Philharmoniker sowie das Ensemble des Jugendprojektes „BePHILHARMONIC“. Eine Ausstellung mit Werken des afghanischen Künstlers Ali Ahmadi und der St. Aegyderin Anna Zöchling sowie ein orientalisch-österreichisches Buffet rundeten die Veranstaltung ab.

x  |  NOEN, TERRY LINKE (APA)