Erstellt am 25. Februar 2016, 14:09

von Gabi Zeller

Asylhaus nimmt Form an. Vertreter der Philharmoniker und Diakonie präzisierten Pläne zum Umbau des Ex-Gasthauses Stiefsohn. Flüchtlingsunterkunft soll im nächsten Quartal bezugsfertig sein.

Wolfgang Gaigg, Stefan Riedl, Norbert Täubl, Sabine Tuschetschlager, Andreas Großbauer und Bernhard Knittel (von links) standen zum Thema »Haus für Asylsuchende St. Aegyd« Rede und Antwort.  |  NOEN, Zeller

Groß war das Interesse am Informationsabend der Wiener Philharmoniker und des Flüchtlingsdienstes der Diakonie über das „Haus für Asylsuchende St. Aegyd“, welches (die NÖN berichtete) im ehemaligen Gasthaus Stiefsohn entstehen soll.

Durch die Veranstaltung, die ruhig und besonnen verlief, führte der Vorstand des Institutes für Wirtschaftssoziologie, Universitätsprofessor Bernhard Knittel, wobei Andreas Großbauer, Vorstand der Wiener Philharmoniker, Projektleiter Norbert Täubl sowie die Mitarbeiter der Diakonie, Wolfgang Gaigg und Stefan Riedl, für Fragen der Bevölkerung zur Verfügung standen. „Unser Projekt ist eine Reaktion auf ein aktuelles Problem. Die Wiener Philharmoniker sind seit 1842 ein fester Bestandteil Österreichs. Wir helfen aus Humanität und wollen Verantwortung in der Gemeinschaft übernehmen. Das ,Haus für Asylsuchende St. Aegyd‘ soll für einen offenen Austausch der Gedanken stehen“, sagte Andreas Großbauer.

„Jetzt gilt es ein tragfähiges Konzept zu schaffen"

Der Kaufpreis von 220.000 Euro konnte anhand vieler Spenden und Benefizkonzerte bereits aufgebracht werden. „Jetzt gilt es ein tragfähiges Konzept zu schaffen. Wir wollen weiterhin die Patenschaft übernehmen. Das heißt: Sicherstellung von benötigten finanziellen Mitteln, Kontakt und Kooperation mit Gemeinde, freiwilligen Helfern und Diakonie“, erklärte Projektleiter Norbert Täubl.

Transparenz und Offenheit sowie die Einbindung der St. Aegyder Bevölkerung wären dabei sehr wichtig. Weitere attraktive Veranstaltungen, die Anlass zur Begegnung geben, sind geplant.

Über künftige bauliche Maßnahmen informierte seitens der Diakonie Stefan Riedl: „Es wird keine komplette Sanierung geben, aber ein Umbau ist notwendig, um dem Mindeststandard zu entsprechen. Dabei sollen Firmen aus der Region zum Zug kommen.“ Geplant sind drei Wohneinheiten sowie eine Einliegerwohnung, der bisherige Gastraum soll ein Ort der Begegnung werden, wobei auch die Bewohner des Hauses Hauptstraße 20 miteingebunden sind.

„Wir wollen Verantwortung in der Gemeinschaft übernehmen.“ Philharmoniker-Vorstand Andreas Großbauer

Weiters werden hier Deutschunterricht, Informationsveranstaltungen, gemeinsame Treffen mit der örtlichen Bevölkerung oder auch kleinere Kammermusikkonzerte abgehalten. „Eine zusätzliche hauptamtliche Sozialarbeiterin soll künftig für die Belange aller Flüchtlinge im Ort zur Verfügung stehen“, berichtete Riedl, welcher mit dem Bezug des Hauses „im nächsten Quartal“ rechnet.

Mit einer Kammermusikstunde durch Mitglieder der Wiener Philharmoniker wurde der Informationsabend beendet.