Erstellt am 09. November 2015, 19:14

von Gila Wohlmann

Auf frischer Tat: „Stiller Alarm schlug an“. Mit Trick wollte ein Mann Festplatte stehlen, doch die Aufmerksamkeit und Sicherheitsvorkehrungen von Unternehmer Reinhard Gradwohl ließen Kriminellen scheitern.

Unternehmer Reinhard Gradwohl zeigt das Diebsgut und die Broschüre, wo der Täter die Festplatte versteckt hatte.  |  NOEN, privat
Ladendiebe haben beim Traisner EDV-Experten Reinhard Gradwohl keine Chance: Er hat letzten Freitag einen Kriminellen auf frischer Tat in seinem Geschäftslokal in der Mariazellerstraße entdeckt.
„Ich hatte gerade drei Kunden im Geschäft, zwei wollten eine EDV-Beratung, der Dritte Information bezüglich eines Handys“, erinnert er sich. Plötzlich betrat ein vierter Mann das kleine Unternehmen „Gradi´s Web“. „Der Mann nahm sich vom Ständer eine A1-Broschüre. Mit dieser stellte er sich genau dorthin, wo er Ware einpacken wollte. Er beobachtete aber immer ganz genau, ob ich mit den anderen Kunden abgelenkt bin. Sobald er sich sicher fühlte, steckte er zwischen die A1-Broschüre seine gestohlene Ware hinein. Nach Abwicklung meiner drei Kunden fragte ich ihn, ob ich behilflich sein kann“, erzählt er.

„Sie haben etwas vergessen zu bezahlen“

Der mysteriöse Mann gab an, ein Handy kaufen zu wollen, das er in der Auslage gesehen hätte. „Kaum passierte er die Eingangstür, schlug mein Sicherheitssystem, ein stiller Alarm, an. Da wusste ich fix, dass der Mann etwas mitgehen hat lassen“, sagt Gradwohl. Und:  „Er sagte, dass er das Handy heute nicht kaufen könne, da er kein Geld bei sich hätte und er nächste Woche vorbeikommen würde.“ Gradwohl wies den Mann daraufhin, dass das Diebstahlsystem angeschlagen hätte und sagte: „Sie haben etwas vergessen zu bezahlen.“ Auf einmal wurde der Verdächtige unruhig. Gradwohl: „Er sagte, er muss schnell noch etwas nachsehen und ging vor mir wieder ins Geschäft. Dabei holte er aus der Broschüre die gestohlene Ware, eine Festplatte im Wert von 149 Euro, heraus und legte sie versteckt auf den Einkaufstresen.“

Täter hat ab sofort Geschäftsverbot

Unverschämt war der Täter überdies und fragte er, „für was das eigentlich gehöre.“ Gradwohl stellte jetzt den Mann zur Rede und verwies ihn dann des Geschäfts. „So nett wie ich bin, habe ich aber von einer Anzeige bei der Polizei abgesehen, da es mir in diesem Fall nichts genützt hätte.“ Eine Konsequenz hat er aber gezogen: „Der hat jetzt Geschäftsverbot!“ Beim Täter soll es sich um einen Eschenauer österreichischer Herkunft handeln, der auffallend bunte Kleidung bevorzugt.

Und was Gradwohl noch anmerken möchte: „Letztens war indes ein Asylwerber bei mir, der sein Handy aufladen wollte. Dieser wollte mir sogar zehn Euro Trinkgeld geben wollte, was ich aber abgelehnt habe.“