Erstellt am 30. September 2015, 05:42

von Astrid Krizanic-Fallmann

Ausstellung hat Jubiläum. Zum zehnten Mal ist im Dormitorium bildende Kunst aus Ländern von Tschechien über Kroatien bis Bulgarien zu sehen. Das Motto lautet heuer „Blick der Berge“.

Im Vorfeld der Eröffnung des zehnten Mitteleuropa-Zyklus am vergangenen Freitag fand im Kaisersaal ein „Round Table“ zum Thema „Können Kultur und Kunst Europa verbinden?“ statt. Darüber diskutierten unter der Leitung von Landesmuseumsdirektor Carl Aigner (hinten, 2. von links) Schauspieler Miguel Herz-Kestranek, Karin Cervenka vom Außenministerium, Simon Ortner von der NÖ Landesregierung, die Professorinnen des BG/BRG Lilienfeld Andrea Taborksy und Katharina Kölbl, der Präsident des Landesverbandes der NÖ Kunstvereine, Landesschulinspektor Leopold Kogler (vorne, von links), die Künstler Michael Höpfner und Ona B. (hinten, 3. und 7. von links), NÖN-Kulturchef Thomas Jorda (hinten, 5. von links) sowie Bürgermeister Herbert Schrittwieser (hinten, 6. von links). Unter die Zuhörer mischten sich Vizebürgermeister Wolfgang Labenbacher, Abt Matthäus Nimmervoll, Kleinregionsmanager Roland Beck, Gymnasiumsdirektor Josef Heindl und Ausstellungsinitiator Peter Fürst (hinten, von links). Foto: Krizanic-Fallmann  |  NOEN, Krizanic-Fallmann

101 Teilnehmer und über 500 Werke: Ein stolzes Resümee zogen die Organisatoren des Mitteleuropa-Zyklus „Ferne Nähe“ über das erste Dezennium der Ausstellungsserie.

„Gab für uns auch verstörende Erfahrungen“

„Es hat sich gelohnt, die Steine auf dem Weg beiseite zu schaffen“, sagte Initiator Peter Fürst bei der Eröffnung der Jubiläumsschau am vergangenen Freitag im Dormitorium des Stiftes Lilienfeld. „Die Vielfalt, die Mitteleuropa und den Donauraum wertvoll macht, konnte vermittelt werden“, freute er sich über die Impulse.

Punkto Malerei, Grafik, Fotografie, Objektkunst oder Installation führten die Entdeckungsreisen seit 2006 bislang durch Tschechien, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Slowenien, Friaul, Julisch-Venetien, Veneto, Südtirol, Bulgarien, Serbien und Niederösterreich.

„Es gab für uns auch verstörende Erfahrungen“, erzählte der künstlerische Leiter, Landesmuseumsdirektor Carl Aigner über Besuche in manchen Ländern. Wichtig sei, dass die Ausstellung „nicht im Zentrum, sondern mit Lilienfeld in einer Region abgehalten wird, zugleich aber Exponate präsentiert werden, die man auch in Wien zeigen würde“, so Aigner.

„Round Table“ heuer im Vorfeld

Bürgermeister Herbert Schrittwieser lobte die „große Leistung, jährlich eine Ausstellung auf die Beine zu stellen“ und überreichte treuen Sponsoren eine Dankurkunde. „Das Stift als Kontaktzentrum“ sowie „die Entdeckung von Gemeinsamkeiten in verschiedenen Kulturen“ sprachen Abt Matthäus Nimmervoll und Landesrätin Barbara Schwarz in ihren Festreden an.

Mit dem heurigen Motto „Blick der Berge“ befassten sich die Künstler Stefano Graziani (Veneto), Zlatko Keser (Kroatien), Jan Merta (Tschechien), Drago Prelog (Slowenien), Csaba Nemes (Ungarn), Walter Niedermayr (Südtirol), Kamen Stoyanov (Bulgarien), Ivan Suletiv (Serbien) sowie Michael Höpfner, Sibylle Küblböck, Tina Lechner, Ona B. und Ernestine Tahedl (alle aus Österreich).

Im Vorfeld widmete sich ein „Round Table“ unter Carl Aigner im Kaisersaal dem Thema „Können Kultur und Kunst Europa verbinden?“. Die Diskutanten waren sich einig, dass den negativen Emotionen in Bezug auf Europa stärker die positiven entgegengesetzt werden sollten. „Wir Menschen sind Europa“, brachte es Thomas Haas aus der 7. Klasse des BG/BRG Lilienfeld auf den Punkt.

Mit dem Gymnasium besteht seit dem Vorjahr eine Kooperation. Bei der Feier symbolisierten Schüler die bisherigen Teilnehmerländer. Ab 5. Oktober laufen Schülerarbeiten zum Thema „Berge“ auf einem Monitor in der Bezirkshauptmannschaft. Vorgestellt wird die Malaktion dann am 16. Oktober um 18 Uhr im Dormitorium.