Erstellt am 10. Februar 2016, 05:48

von Gila Wohlmann

Barverbot für Asylwerber. Für eine Gruppe Asylwerber hat Bar-Betreiber Andreas Totzauer ein Lokalverbot verhängt. Diese hätten Musikanlage für sich vereinnahmt und Frauen im Lokal belästigt.

Lisa Perina, Andreas Totzauer und Jasmin Seisenbacher (von links) wollen, dass ihre Gäste nicht belästigt werden.  |  NOEN, Wohlmann

Gastronom Andreas Totzauer hat es satt: Er hat gegen eine Gruppe von Asylwerbern ein vorläufiges Lokalverbot für die „Bar“ und die „Funbar“ verhängt.

„Ich möchte mich damit keinesfalls ins ,rechte Eck‘ stellen lassen, aber dieser Schritt war einfach notwendig, denn es gab massive Beschwerden anderer Kunden. Einige Stammkunden sind in letzter Zeit deswegen auch ausgeblieben“, betont der 43-Jährige.

Doch was war in den letzten Wochen geschehen? „Es kam regelmäßig eine Gruppe von bis zu zwölf Asylwerbern. Am Anfang gab es keine Probleme. Sobald diese aber nur ein wenig Alkohol konsumiert haben, wissen sie nicht mehr um ihre Grenzen“, schildert Totzauer. So sei die für alle zugängliche Musikanlage immer wieder von den jungen Männern regelrecht beschlagnahmt worden. „So geht es einfach nicht. Andere Gäste hatten keine Chance mehr, diese zu nutzen“, so Totzauer.

"Ziehen einen mit Blicken aus"

Dies bestätigen einhellig seine Mitarbeiterinnen Lisa Perina (19) und Jasmin Seisenbacher (23). Beide fühlen sich durch die angeblich aufdringliche Art dieser Gäste nicht wohl. „Sie können nicht, wie es bei uns üblich ist, mit Frauen kommunizieren. Sie ziehen einen praktisch mit ihren Blicken laufend aus“, so Perina. Ähnlich geht es weiblichen Kunden. „Einige sind verärgert und wollen nicht mehr kommen“, weiß Seisenbacher. Und: „Es wurde auch schon eine Frau – einfach so – am Gesäß berührt.“

Als vor einigen Tagen eine junge Frau von einem Asylwerber im Finsteren „verfolgt“ wurde, rief das Team aus Sicherheitsgründen die Polizei. „Dies missfiel einem angetrunkenen österreichschen Gast, der dann meinen Kellner verbal bedrohte“, so Totzauer.

Gäste sollen sich wohlfühlen

Dieser hat sich am nächsten Tag bei seinem Mitarbeiter entschuldigt. Dennoch: Die Anzeige wegen gefährlicher Drohung bleibt. Ebenso das Lokalverbot für die jungen Zuwanderer. Totzauer abschließend: „Ich habe auch gegen 43 Österreicher, die unangenehm aufgefallen sind, ein Lokalverbot verhängt. Ich möchte, dass sich meine anderen Gäste weiter wohlfühlen.“

Der ehrenamtliche Flüchtlingshelfer Franz Witzmann erklärt sich auf NÖN-Anfrage bereit, mit der betroffenen Asylwerber-Gruppe zu reden und zu vermitteln. Witzmann: „Ich denke nicht, dass Alkoholprobleme nationenabhängig sind. Wir leben hier eine Mitmach-Kultur vor, dass Alkoholkonsum in Ordnung ist. Viele dieser Zuwanderer wollen sich integrieren und machen dann auch beim Alkohol-Konsum mit, welchen sie in dieser Dimension in ihrer Heimat nicht kannten.“