Erstellt am 12. Januar 2016, 05:33

von Gila Wohlmann

Bauernladen in der Ramsau macht dicht. Kundenschwund, Konkurrenz und Registrierkassensystem: Silvia Zuber hört auf. Ausgaben und Einnahmen stünden in keiner Relation. Gemeinden hoffen auf Nachmieter.

Ob Brot, Käse oder Säfte. Silvia Zuber bot Bäuerliches aus der Region wie Edelbrände der Ramsauer Familie Grasberger an.  |  NOEN, Wohlmann

Silvia Zuber mag nicht mehr. Eröffnet voller Enthusiasmus als Gemeinschaft 2004, führte die Ramsauer Landwirtin bald alleine über elf Jahre den bäuerlichen Nahversorger in der Hainfelder Hauptstraße. Jetzt sperrt sie den Bauernladen zu.

„Wenn sich die monatlichen Einnahmen bei weitem nicht mehr mit den Ausgaben und dem Aufwand decken, ist es die Mühe einfach nicht wert“, begründet sie ihren Entschluss, bis Ende Jänner aufzuhören. Ihre Einrichtung hat sie bereits zum Verkauf ausgeschrieben. Interessenten könnten aber auch das Geschäft inklusive noch vorhandenem Inventar weiterführen. Seit rund 1,5 Jahren hat die 53-Jährige einen „Rückgang an Kunden bemerkt.“

Seit dem Modehaus-Aus ging es bergab

Die Gründe glaubt Zuber zu kennen. „Mit dem Zusperren des Modehauses Haselmayer, welches viele Stammkunden hatte, sind bei mir auch die Kunden ausgeblieben.“ Dies sei nur ein Faktor gewesen, Konkurrenz ebenso. „Viele Supermarkt-Diskonter bieten verschiedenste bäuerliche Produkte von Landwirten direkt oder über Eigenmarken an“, gibt sie zu bedenken. Die Einkaufsstadt Hainfeld von einst sei nicht mehr das, was sie einmal war, so Zuber. Und: „Es gibt derzeit im Ortskern mehrere Geschäftsflächen, die leer stehen. Die Mieten sind nicht immer günstig.“

Das neue Registrierkassensystem und der damit verbundene technische, administrative wie finanzielle Aufwand hätten ihr den Abschied noch leichter gemacht. Jetzt will sie mehr ihrem Mann, der ein Holzschlägerungsunternehmen betreibt, am Hof zur Hand gehen und sich ihren Enkelkindern widmen.

Die Ortschefs Albert Pitterle und Raimund Reichel bedauern Zubers Entschluss und hoffen auf einen Nachmieter. Dazu verweisen sie, dass es Förderungsmöglichkeiten für das neue Registrierkassensystem gibt.