Erstellt am 26. Januar 2016, 05:48

von Claudia Stöcklöcker

Bedingte Strafe nach Wirtshausrauferei. Weil Pensionist lästerte, sah 47-Jähriger rot und schlug zu. "Er hat mich gestoßen, geschlagen, ich bin geflogen", sagt Opfer.

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Das Stänkern konnte ein Pensionist nicht lassen in einem Wirtshaus in Eschenau, schlagkräftig reagierte darauf sein Kontrahent. Schwer verletzt haben soll der Arbeiter den Rentner dabei und sitzt nun vor Richterin Doris Wais-Pfeffer auf der Anklagebank.

Von Notwehr erzählte der 47-Jährige bereits am ersten Prozesstag im Sommer 2015.

"Plötzlich hat er die Hose bei den Knien gehabt und ist umgefallen"

„Er hat mich beschimpft, dann wollt’ er heim, plötzlich ist er wieder dagestanden und auf mich los“, erklärte er damals. Und: „Ich hab’ mich geduckt, abgewehrt, erwischt hat er eine Dame, die hat eine gekriegt. Plötzlich hat er die Hose bei den Knien gehabt und ist umgefallen und dagelegen.“

Brutales berichtet das Opfer. „,Feiger Hund!‘ hat er gesagt und mich gestoßen, geschlagen, ich bin geflogen. Sofort ist der erste Tritt gekommen. Ich konnte ihn in dieser Situation gar nicht angreifen.“ Oberarmbruch, Hämatome, Jochbeinabschürfungen erlitt der Pensionist bei der Attacke.

Der Prozess wurde damals vertagt, nun steht für den Rechtsanwalt des Opfers, Alfred Schneider, fest: „Zweifelsfrei hat das Beweisverfahren ergeben, dass der Angeklagte die Tat begangen hat, einfach so kann sich das Opfer diese Verletzungen nicht zugezogen haben.“ Das letzte Wort des 47-Jährigen? „Ich will das alles nur abschließen.“

Für den 47-Jährigen setzt es sechs Monate bedingt. 5.800 Euro Schmerzensgeld muss er an den Pensionisten berappen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.