Erstellt am 03. November 2015, 05:02

von Markus Zauner

Bezirk beherbergt 439 Flüchtlinge. Sozialdemokraten präsentieren aktuelle Flüchtlingsquote im Bezirk von 1,68 Prozent und stellen ihre Lösungsansätze vor.

Informierten zur Asylfrage: Landtagsabgeordneter und Traisens Bürgermeister Herbert Thumpser, Albert Pitterle, der Hainfelder Bürgermeister und Bezirksobmann des SPÖ-Gemeindevertreterverbandes, sowie SPÖ-Bezirksgeschäftsführer und Hohenbergs Ortschef Heinz Preus (v. l.).  |  NOEN, zVg

Einig sind sich die SPÖ-Bezirksvertreter bei der Präsentation ihrer Standpunkte und Lösungsansätze in der Asylfrage: Die Problematik könne nicht Österreich alleine bewältigen, vielmehr (siehe auch Info-Box) sei eine verbindliche Quotenregelung für die EU-Mitgliedsstaaten nötig.

 „Der Bezirk steht als Vorbild da“

Anhand druckfrischer Zahlen , die im Bezirk 439 untergebrachte Asylwerber und somit eine Flüchtlingsquote von 1,68 Prozent ausweisen, belegen die Sozialdemokraten um Bezirkschef Herbert Thumpser: Lilienfeld übererfüllt die derzeit ausgerufene Quote von 1,5 Prozent bereits. „Der Bezirk steht als Vorbild da“, konstatiert Thumpser, der die aktuelle Flüchtlingszahl bezirksweit auf NÖN-Nachfrage als „gut gelegen“ einstuft.

Parteikollege Albert Pitterle, der Hainfelder Bürgermeister, ortet dabei, dass „andere Bezirke Nachholbedarf haben“. Ebenso wie manch Kommune hierzulande: Während „seine“ Gemeinde etwa (in absoluten Zahlen) die zweitmeisten Flüchtlinge im Bezirk beherberge, gebe es, so Pitterle, noch Kommunen, die keinem einzigen Asylwerber Logis bieten. „Die direkte Betroffenheit der Bürger ist da“, merkt SPÖ-Bezirksgeschäftsführer Heinz Preus an. So auch in „seiner“ Heimatgemeinde Hohenberg, wo aktuell dreizehn Flüchtlinge einquartiert sind. Kleinverbände, wie in Hohenberg, seien allemal die bessere Option als „Ghettobildung“ in Großquartieren, so Preus.

„Der Bezirk steht als Vorbild da.“ SPÖ-Bezirksparteiobmann und Landtagsabgeordneter Herbert Thumpser

Thumpser wiederum verweist auf verbesserte Informationen in Sachen geplanter Asylvorhaben im Bezirk, wie etwa die Bürgerinfo der Wiener Philharmoniker zum Projekt in St. Aegyd (NÖN/44) gezeigt habe.

Allgemeiner Tenor der SPÖ-Bezirksspitze: Die Ungewissheit, wie es mit den Flüchtlingsströmen weitergehe, mache der Bevölkerung „Angst“. Und da bedürfe es eben dringend einer raschen EU-weiten Lösung. . .


Flüchtlingszahlen: Mitterbach vor Lilienfeld Nummer 1

Bezirk Lilienfeld gesamt: Quote 1,68 % (439 untergebrachte Flüchtlinge).

Gemeinderanking (Top 5):
1.: Mitterbach: Quote 6,03 % (32 untergebrachte Flüchtlinge )
2.: Lilienfeld: 5,92 % (168)
3.: Annaberg: 4,29 % (23)
4.: Hainfeld: 2,98 % (110)
5.: St. Aegyd: 1,49 % (30)

Noch keine Flüchtlinge beherbergen derzeit Ramsau, Kleinzell und Eschenau.
Quelle: SPÖ, Stand 27. Oktober 2015

Präsentierte Standpunkte und Lösungsansätze der SPÖ: Wasserwerfer und Zäune zwischen EU-Mitgliedsländern seien kein geeignetes Mittel zur Lösung der Flüchtlingsproblematik. Asylverfahren (gegenwärtige Dauer sieben Monate) müssen rascher abgewickelt werden. Künftig verbindliche Quotenregelung für die EU-Mitgliedsstaaten, rasche Errichtung von Erstaufnahmezentren an den EU-Außengrenzen.