Erstellt am 17. August 2016, 05:26

von Waltraud Grubner, Astrid Krizanic-Fallmann und Nadja Straubinger

Bäderbilanz: Besuchereinbruch in den Freibädern. Eine mittelmäßige Saison verzeichnen die Bäder im Bezirk. Grund dafür sei schlechtes Wetter und eigener Pool.

Das unbeständige Wetter lässt die Besuchszahlen hinter dem letzten Sommer hinterherhinken.  |  NOEN, shutterstock.com/thechatat

Ein von Schlechtwetterperioden durchwachsener Sommer dämpft die euphorische Stimmung des Vorjahres der Badbetreiber. Viele führen die geringeren Besucherzahlen auf das Wetter zurück.

So meint etwa der Lilienfelder Bademeister Alexander Ratzinger, dass die Warnungen vor möglichen Gewittern so manchen von einem Besuch absehen lassen würden. „Wenn an einem Tag über 100 Personen kommen, sind wir zufrieden“, sagt er zum Schnitt. An die 200 Gäste seien schon „Ausnahmefälle“. Am 26. Mai hat das Freibad in der Bezirkshauptstadt aufgesperrt, bis Ende Juli wurden 44 Badetage gezählt. Für August liegt noch keine Statistik vor. Rund 1.100 Besucher standen bei 16 Badetagen im Juni zu Buche. „Das ist fast gleich viel wie im vergangenen Juni, denn in diesem Monat sind bei uns die Temperaturen nie so überragend“, weiß Ratzinger. 1.500 Gäste bei 24 Badetagen im Juli bedeuten indes um rund 25 bis 30 Prozent weniger als im Vorjahr.

Bei diesem Minus zu beachten wäre aber der „Megasommer“ 2015, so der Lilienfelder. Wie üblich ist der Betrieb bis zum Schulanfang geplant. Falls dann eine „Hitzewelle“ eintreffe, ist noch einige Zeit wegen der Schulklassen offen. Aber eigentlich sei in unseren Breiten mit 15. August bereits Saisonschluss, da durch die Kühle morgens und am Abend nur mehr ein paar Stunden Schwimmvergnügen im solargeheizten Wasser zu genießen ist, weiß Ratzinger.

„Die Gäste kaufen ihre Jause oftmals lieber günstig im Supermarkt, als diese im Badbuffet zu konsumieren.“

Friedrich Gruber, Bad Ramsau

In Hainfeld waren es laut Bademeister Christian Fasching nur halb soviele Besucher wie im Vorjahr um diese Zeit. „Von den Öffnungstagen her war es gar nicht einmal so übel – bisher ungefähr 60 – aber aufgrund des unbeständigen Wetters kommen einfach weniger Besucher“, so Fasching. Wetterbedingt schlechter läuft es auch beim Bad in Ramsau. „Auf fünf Jahre gesehen werden wir aber auch heuer mit 30 Betriebstagen im Mittelfeld liegen“, erklärt Badbetreiber Friedrich Gruber. Er führt die überschaubaren Besucherzahlen aber auch darauf zurück, dass viele einen eigenen kleinen Pool im Garten zum Baden haben. „Dazu kommt, dass den Bürgern heutzutage weniger Geld im Börserl bleibt, was bedeutet, dass die Gäste ihre Jause oftmals lieber günstig im Supermarkt kaufen und selbst mitnehmen, als diese im Badbuffet zu konsumieren“, so Gruber. Das Bad in Ramsau bleibt bei passendem Wetter bis Ende August geöffnet.

Mittelmäßig sieht Amtsleiter Ludwig Platzer aus Hohenberg die Auslastung. „Das Vorjahr war zahlenmäßig natürlich sehr stark. Die Gäste sind mit dem Bad und dem Buffet, betrieben von den Naturfreunden, heuer sehr zufrieden“, so Platzer, der auch betont, dass es bis 5. September Badbetrieb geben wird. Auch das Bad in Türnitz bleibt bis in die erste Schulwoche geöffnet. Bademeister Bernhard Kohl führt aus: „Letztes Jahr war der Sommer schöner und das Bad war an vielen Tagen geöffnet. Heuer hat das Bad in Türnitz überhaupt erst spät aufgesperrt.“

Mehr Gäste bei heißen Temperaturen

Bei 4.072 Gästen liegt das Göllerbad in St. Aegyd aktuell. Im Vergleichszeitraum im Vorjahr waren es über 5.500. „Oft war es so, dass das Bad zwar öffnete, man aber wegen einer herannahenden Gewitterfront bald wieder schließen musste“, weist der Geschäftsführer des Göllerbades Christian Pomberger hin. Sei das Wetter dann aber einmal schön, sei das Bad auch wirklich gut besucht. Geöffnet bleibt voraussichtlich bis 5. September.

Mit dem Vorjahr mithalten kann die Saison auch in Annaberg nicht. Amtsleiter Karl Schachinger führt aus: „Seitens der Gemeinde können wir wetterbedingt mit der Auslastung nicht ganz zufrieden sein.“ Trotz des Wetters zufrieden ist Bademeisterin Rosa Wutzl: „Das Wetter spielt zwar nicht so mit. Die Saison läuft aber trotzdem gut: Sobald einmal ein heißer Tag dabei ist, kommen die Besucher umso lieber ins Freibad.“ Das Wasser wird von einer Solaranlage geheizt. Die Wassertemperatur liege mit 24,3 Grad an manchen Tagen sogar über der Tagestemperatur. „Das wissen die Gäste und daher nützen sie das Angebot auch an Tagen, die nicht per se zum Baden einladen“, so Wutzl.

Im Vergleich zum Vorjahr sei die Besucheranzahl aber schon zurückgegangen, was angesichts des Rekordsommers 2015 aber nicht verwunderlich sei. Das Bad ist bis Ende der Schulferien geöffnet, so wie in Mitterbach. Dort führt Amtsleiter Roland Sagmüller die schlechte Saison rein auf das Wetter zurück. „Die Auslastung könnte zumindest auch noch schlechter sein.“

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