Erstellt am 14. September 2015, 14:33

von Claudia Stöcklöcker

Geldbuße wegen hetzerischer Postings. Videos über IS-Gräueltaten versetzten 22-Jährige in Angst. Auf Facebook rief sie dann zum Kampf gegen den Islam auf.

 |  NOEN, Symbolbild

Islamisten waren einer 22-Jährigen aus dem Bezirk Lilienfeld ein Dorn im Auge. Auf Facebook rief sie zum Kampf gegen den Islam auf und trat für ein islamfreies Europa ein. Wegen Verhetzung sitzt sie nun im Prozess am Landesgericht St. Pölten auf der Anklagebank.

„Habe Videos gesehen, da wurden Unschuldige geköpft“

Ob die 22-Jährige das Delikt der Verhetzung kennt? „Ganz klar schuldig“, sagt sie nun vor dem Richter und versichert, sich in Zukunft zu bessern.

Warum sie sich zu Hasstiraden hinreißen hat lassen? „Ich war bei der Pegida-Gruppe St. Pölten. Dort habe ich grausame Videos gesehen, da ging es ums Abschlachten, da wurden Unschuldige geköpft“, sagt sie. Das habe Angst gemacht.

Wegen ihres Postings wettert der Richter. „Es ist grenzwertig, was Sie da schreiben, das ist eine extreme verbale Entgleisung“, erklärt er der 22-Jährigen.

Und: „Ich glaube aber, dass die Angeklagte die Tragweite ihrer Handlung unterschätzt hat. Wobei die Wut, die dahinter steckt, durchaus nachvollziehbar ist.“

Richter: „Diversion auf Probezeit ist mir zu wenig“

Bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe beträgt der Strafrahmen für das Delikt Verhetzung. Weil die Angeklagte bislang unbescholten ist, schlägt der Richter diversionelle Erledigung vor. Damit sind sowohl die 22-Jährige als auch die Staatsanwaltschaft einverstanden.

„Diversion auf Probezeit ist mir aber zu wenig“, meint der Richter. 500 Euro Geldbuße muss die Angeklagte berappen, dann kann das Verfahren gegen sie eingestellt werden.