Lilienfeld

Erstellt am 25. April 2017, 05:57

von NÖN Redaktion

Schneechaos ließ Einsatzkräfte schwitzen. FF barg weit über 100 Fahrzeuge im Bezirk. Auch Bäume stürzten um. B 20 zwischen Türnitz und Annaberg wegen Lawinengefahr gesperrt.

Der Gerichtsberg war schon am Mittwoch in der Früh ein Hotspot, als die ersten Lkws und Pkws nicht mehr weiter konnten.  |  NOEN, Halbwax

Sturmtief Otto hielt die Feuerwehren des Bezirkes am Mittwoch und Donnerstag auf Trab, 38 Alarmierungen mussten abgearbeitet, weit über 100 Fahrzeuge geborgen werden. Der Gerichtsberg und die Klammhöhe auf der einen Seite beziehungsweise das Kernhofer Gscheid und der Lahnsattel auf der anderen waren die Hotspots.

Mit einer Fahrzeugbergung für die Feuerwache Annaberg am Mittwoch um 4.21 Uhr begann einer der einsatzreichsten Tage der letzten Jahre. Lkw-Bergungen waren aufgrund des Schneechaos naturgemäß die häufigsten Alarmierungen. „Lkw-Fahrer wollten sich das Anlegen der Ketten ersparen und blockierten dabei die Straßen“, schildert Pressesprecher Christian Teis. Eine eingeklemmte Person für die FF Kaumberg und FF Hainfeld stellte sich als Falschalarmierung heraus, es war lediglich ein Pkw von der Straße abgekommen und über eine Böschung gerutscht.

Die Totalsperre der A 21 ab den späteren Nachmittagsstunden zwischen Steinhäusl und Brunn/Gebirge verschärfte die Situation nochmals, viele Pkw- und Lkw-Fahrer wollten über die B 20/B 18 ausweichen und in Leobersdorf wieder auf die A 2 auffahren — der Gerichtsberg machte es für diese Autofahrer jedoch nicht wirklich leichter. Leicht hatten es auch die Einsatzkräfte nicht, rücksichtslose Lenker, die einfach Absperrungen ignorierten und in Schlangenlinien zwischen den Einsatzkräften umherrutschten, machten die Arbeiten nicht nur schwerer, sondern auch lebensgefährlich. „In Zukunft werden solche Autolenker wohl angezeigt werden müssen“, heißt es seitens der FF.

Rotes Kreuz und  FF rückten gemeinsam aus

In Türnitz musste ein ausländischer Fahrzeuglenker aus seinem Fahrzeug gerettet werden, der im eingescheiten Fahrzeug übernachten und die Sperre der B 20 zwischen Türnitz und Annaberg wegen hoher Lawinengefahr abwarten wollte.

Glück im Unglück hatte indes bei einem Unfall auf schneeglatter Fahrbahn ein Schulbuslenker auf der Geisebenstraße. Der Wagen schlitterte über die Böschung und kippte um. Bäume wurden zu „Lebensrettern“, denn sie verhinderten ein weiteres Abrutschen. Alle Insassen konnten den Wagen unversehrt verlassen. Am 2. Tag, dem 20. April, mussten ebenfalls noch einige hängengebliebene Laster geborgen werden, hier waren vor allem der Ochsattel und die Kalte Kuchl die Schauplätze. Im Laufe des Tages änderten sich dann die Alarmierungen wegen Sturmschäden: Abgebrochene Äste und umgeworfene Bäume mussten beseitigt werden, in St. Aegyd kam es auch wegen eines einsturzgefährdeten Pferdestalls (Details auf Seite 31) zu einem FF-Einsatz.

Das außergewöhnliche Ereignis erforderte im Mariazeller Land eine außergewöhnliche Maßnahme, um jederzeit die beste medizinische Versorgung zu gewährleisten. Nach einer Besprechung im Beisein von Bürgermeister Manfred Seebacher, der Freiwilligen Feuerwehr Mariazell sowie des Roten Kreuzes Mariazell wurde die Regelung aufgestellt, dass Einsatzfahrzeuge des Roten Kreuzes und der FF bei Notfällen gemeinsam ausrücken, da einige Häuser in der Gemeinde nicht ohne Hilfe, wie Ausschaufeln, beziehungsweise nicht mit normalen Fahrzeugen zugänglich waren.

St. Veit laut EVN von Stromausfall betroffen

Der Wintereinbruch führte auch dazu, dass in der Nacht auf Donnerstag Tausende Haushalte in Niederösterreich wegen zerstörter Leitungen ohne Strom waren, meldete die EVN. Unter den von Problemen betroffenen Gemeinden war auch St. Veit.

„Aufgrund der Wetterprognose konnten wir rechtzeitig vor den Schneefällen auf den Vollbetrieb im Winterdienst umrüsten“, sagt indes Leopold Karner zu den Vorkehrungen seitens der Straßenmeisterei Lilienfeld. Am Freitag, 21. April, waren laut seiner Auskunft alle Straßen im Bezirk wieder gut befahrbar. Einzige Ausnahme — die B 20 im Türnitzgraben. Dort war schon am Mittwoch ein Lenker trotz aufrechten Fahrverbotes auf einer bereits abgegangenen Lawine mit seinem Pkw stecken geblieben, Straßenmeisterei und FF Türnitz kamen ihm mit Schneefräse und Seilwinde zu Hilfe. Am Sonntag konnte dann die Sperre der B 20 aufgehoben werden.

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