Erstellt am 05. April 2016, 04:14

von Markus Zauner

Bilanz mit Licht und Schatten. Gästeminus bei Reidl-Liften und auf Gemeindealpe. Weniger Nächtigungen in Mitterbach, fettes Plus in Annaberg.

Zehn Prozent weniger Liftgäste gab es in Annaberg laut Karl Weber.  |  NOEN, zVg

"Im Endeffekt sind wir mit einem blauen Auge davongekommen", kommentiert Annabergs Lifte-Chef Karl Weber die zu Ende gegangene Wintersaison. Wegen des Schneemangels zum Auftakt konnte der Skibetrieb bei den Reidl-Liften de facto erst am 5. Jänner gestartet werden. Letztlich kamen in der abgelaufenen Saison immerhin 72.000 Gäste. „Das bedeutet gegenüber dem Winter 2014/2015 zehn Prozent weniger. Der Dezember und Weihnachten haben uns gefehlt“, erklärt der Annaberger Lifte-Chef. Das versöhnliche Ende: „Allein in der Osterwoche hatten wir noch 4.000 Gäste“, so Weber.

72.000 Liftgäste in Annaberg

Auf eine bessere Bilanz kann die Annaberger Hotellerie verweisen: Von Oktober bis Ende Februar (die März-Zahlen liegen noch nicht vor) scheinen 22.986 Nächtigungen auf, rechnet Tourismuslady Katalin Burger vor. Das bedeutet in Annaberg im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 7.303 Nächtigungen oder 46,6 Prozent. „Zum Schluss hat es in den Osterferien auch mit dem Wetter gepasst. So können die Gäste positive Eindrücke für die kommende Saison mitnehmen“, zeigt sich Burger zufrieden. Hauptverantwortlich für die in Annaberg nach oben zeigende Nächtigungskurve zeichnet das neue JUFA: Das 208-Betten-Hotel schafft von Oktober bis Ende April laut JUFA-Angaben 18.200 Nächtigungen.

Die Mitterbacher Hotellerie kann von den Annaberger Zahlen nur träumen. Zwar gab es dank des guten März von Jänner bis März im Vergleich zu 2015 insgesamt lediglich ein leichtes Minus von 302 Nächtigungen oder 5,5 Prozent, zufrieden könne man mit diesen Zahlen aber „absolut nicht sein“, konstatiert Ortschef Alfred Hinterecker.

24.200 Fahrgäste auf der Gemeindealpe

Das Fazit des Bürgermeisters: „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen. Für die Zukunft müssen wir uns bei so einem Winter aber etwas einfallen lassen, um die Leute mehr zum Skifahren zu motivieren.“ Seit Anfang Jänner sei eine bessere Nächtigungsbilanz jedenfalls „nicht an den Pistenverhältnissen gescheitert“, urteilt der Mitterbacher Bürgermeister.

Wie die örtliche Hotellerie hat auch die Gemeindealpe Mitterbach ein Minus zu verzeichnen. Registriert wurden im Winter 2015/16 nach Angaben des Betreibers, der NÖVOG, insgesamt 24.200 Fahrgäste. „Wie auch überall anders, waren die Fahrgastzahlen auf der Gemeindealpe Mitterbach aufgrund des milden Winters im Vergleich zum Vorjahr rückläufig“, bestätigt NÖVOG-Geschäftsführer Gerhard Stindl. Ziehe man allerdings die Vergleichswerte der Saison 2012/13 heran, in der die Schneebedingungen ähnlich waren, stehe ein Plus von 5.700 Fahrgästen beziehungsweise ein Anstieg von 30 Prozent zu Buche, relativiert er.

Trotz der wetterbedingten Einbußen fällt Stindls Bilanz für die Gemeindealpe positiv aus: „Alles in allem bestätigen uns die Entwicklungen, dass wir mit der Neupositionierung der Gemeindealpe eine richtige Entscheidung getroffen haben. Mit der Fokussierung auf ambitioniertere Wintersportlerinnen und -sportler — zum Beispiel mit dem größten Snowpark Niederösterreichs — haben wir uns klar von den umliegenden Skigebieten abgegrenzt. Die Gemeindealpe hat sich dadurch als beliebtes Ziel für alle, die Fun & Action suchen, etabliert.“

Als Höhepunkte in der abgelaufenen Wintersaison führt die NÖVOG unter anderem das „Gmoa Oim Race“, das „Faschingsbash“ oder das Ski-Opening im Dezember an.