Erstellt am 04. April 2016, 07:53

von Astrid Krizanic-Fallmann

„Blickpunkt Deutsch“ soll Ehrenamtlichen helfen. Das Bildungs- und Heimatwerk NÖ startete in Lilienfeld den Auftakt eines Projektes, das freiwillige Trainer bei ihren Kursen für Flüchtlinge unterstützen soll.

Zu Gast beim Workshop von »Blickpunkt Deutsch« im Lilienfelder Pfarrsaal war auch die Fachbereichsleiterin der Koordinierungsstelle für Ausländerfragen beim Land NÖ, Christine Huber (Mitte). Hier im Gespräch mit Luise Karner vom Verein »Miteinander« und Rudolf Decker. Foto: privat  |  NOEN, privat

Integration beginnt bei der Sprache. Das Bildungs- und Heimatwerk (BHW) Niederösterreich hat daher nun im Auftrag des Landes Niederösterreich das Projekt „Blickpunkt Deutsch“ gestartet, um die ehrenamtlichen Deutsch-Trainer bei ihren Kursen für Flüchtlinge zu unterstützen.

„Allein schon aufgrund der Teilnahme ein Erfolg“

Geplant sind Workshops in allen Bezirken Niederösterreichs. Als Koordinatorinnen fungieren Gertrude Eigelsreiter-Jashari und Maria Kapelari, welche beide aus dem Bezirk Lilienfeld stammen.

Der Auftakt fand vergangene Woche im Lilienfelder Pfarrsaal im Beisein von BHW-Geschäftsführer Hans Rupp und Christine Huber, beim Land NÖ für Flüchtlingsfragen zuständig, statt. Regionale Partner waren das Katholische Bildungswerk und der Verein „Miteinander für ein respektvolles Zusammenleben in der Region“.

Zufrieden mit der Veranstaltung ist Eigelsreiter-Jashari. „Allein schon aufgrund der zahlreichen Teilnahme war es ein Erfolg“, resümiert die Lilienfelder Soziologin, „es kamen sogar Personen aus den Bezirken Melk und St. Pölten.“

Bei der moderierten Runde konnten die freiwilligen Helfer ihre Erfahrungen mit den Kollegen von den anderen Gemeinden austauschen sowie ihre Wünsche deponieren.

„Tätigkeit wird als persönliche Bereicherung gesehen“

Auf dieser Grundlage soll das „Blickpunkt“-Team dann in Abstimmung mit dem Land und den Projektpartnern weitere Angebote organisieren. „Grundsätzlich wird die Tätigkeit als persönliche Bereicherung gesehen, Berührungsängste gegenüber Fremden werden abgebaut, der kulturelle Austausch ermöglicht“, wissen die beiden Projektkoordinatorinnen aus den Rückmeldungen über positive Aspekte zu berichten.

Da viele das Lernmaterial oder Kopien der Deutschkurse für Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte aus eigener Tasche bezahlen, wären hier aber Veränderungen notwendig.

Gesucht sind außerdem Personen, die hin und wieder im Alltag auf Deutsch mit den Flüchtlingen reden. Ein Anliegen, um sich auch künftig „gut und gerne“ zu engagieren, betrifft weiters die Möglichkeit, Supervision zu erhalten. Da Ehrenamtliche einerseits mit tragischen Schicksalen konfrontiert sind, andererseits oft selbst wegen ihrer Arbeit angefeindet werden.