Erstellt am 01. März 2016, 05:04

von Gila Wohlmann

"Brauche kein Denkmal". FP-Chef Hafenecker ortet hinter Ampel in Ob der Kirche und der geplanten Lichtanlage in Traisen Selbstzweck von Bader und Thumpser auf Steuerkosten. Beide dementieren.

 |  NOEN, Wohlmann

Für „sehr hinterfragenswürdig“ hält FPÖ-Bezirksparteiobmann Nationalratsabgeordneter Christian Hafenecker den „Ampel-Boom“ an der B 18. Nachdem, so Hafenecker, an der bereits installierten Anlage in Ob der Kirche massive Kritik aus der Bevölkerung laut wird, soll auch in Traisen im Bereich der WAG-Anlage eine Ampel errichtet werden.

„Die Ampel in Ob der Kirche kostete rund 80.000 Euro Steuergeld und behindert nicht nur den Pendlerverkehr, sondern beeinträchtigt auch die Bevölkerung von Rohrbach. Denn wie von Bürgern zu hören ist, umgehen viele Autofahrer diese Ampel über die Sägemühle, das Verkehrsaufkommen steigt dort. Verkehrssicherheit ist ein hohes Gut, ob allerdings diese Ampel dazu beiträgt, muss stark infrage gestellt werden“, meint er.

Ein "Denkmal auf Kosten der Steuerzahler" ?

Für Hafenecker ist klar: „Vielmehr wollte sich hier VP-Landtagsabgeordneter Karl Bader ein Denkmal auf Kosten der Steuerzahler setzen!“ Ebenso verhalte es sich, ist er überzeugt, mit der geplanten Ampel an der B 18 in Traisen. „Auch hier ist keine Sinnhaftigkeit vorhanden. Diese Kreuzung ist nicht als Hotspot für Unfälle bekannt. Aber da sein ÖVP-Pendant Bader eine Ampel hat, braucht auch SP-Thumpser eine. Leidtragende sind die Steuerzahler und die Pendler. Der Bezirk hat wichtigere Probleme, derer sich die beiden annehmen sollten, anstatt sich sündteure Denkmäler zu setzen“, grollt Hafenecker und ätzt: „Im Gegensatz zu den Bader- und Thumpser-Ampeln verzichte ich auf einen Hafenecker-Kreisverkehr in Kaumberg, weil er nicht notwendig ist und ich außerdem kein Denkmal auf Steuerzahlerkosten benötige.“ Rückhalt bekommt er vom Hainfelder FP-Gemeinderat Peter Terzer: „Als Betroffener muss ich feststellen, dass ich jetzt etwas früher von zuhause wegfahren muss, um pünktlich zu sein, und durch die Ampel später nach Hause komme.“

Thumpser verweist auf positive Reaktionen

„In unserer WAG-Siedlung wohnen rund 1.000 Personen. Die Kreuzung Hainfelderstraße/ B 18 war bisher aufgrund der Kurven – vor sowie nach der Kreuzung – durchaus gefährlich. Dies hat sich in der Vergangenheit nicht nur durch ,Fast-Kollisionen‘, sondern auch durch tatsächliche Unfälle gezeigt“, kontert dazu Traisens SP-Gemeindeoberhaupt Herbert Thumpser.

Der Wunsch der Bevölkerung für diese Ampel bestünde daher schon deutlich länger. Und: „Durch die Ampelregelung vor zwei Jahren hat man gesehen, dass sich diese bewährt hat. Deshalb war es für uns selbstverständlich, um eine solche fix anzusuchen. Eine im Herbst durchgeführte Verkehrszählung hat dies bestätigt, ebenso positive Reaktionen aus der Bevölkerung“, so SP-Landtagsabgeordneter Thumpser.

„Runter vom Gas,sowohl verbal als auch beim Autofahren!“ Karl Bader, VP-Bürgermeister von Rohrbach

Auch Rohrbachs VP-Ortschef Karl Bader kann die Kritik der FP nicht nachvollziehen: „Es ist interessant, dass die Ampel in Ob der Kirche politisch so sehr abgekanzelt wird. Aus der Sicht der Gemeinde Rohrbach wurde dieses Thema beim Projekt ,Familienfreundliche Gemeinde‘ und beim G-21-Entwicklungsprozess als wichtige Verkehrsmaßnahme eingestuft. Daher habe ich in meiner Verantwortung den Antrag gestellt, die Verkehrssituation zu prüfen und das Verkehrsaufkommen zu messen. Nach Beurteilung durch den Verkehrssachverständigen kam es zur Umsetzung dieses Projektes.“ Die Rückmeldung aus der Bevölkerung von Rohrbach sei überwiegend positiv, ein erhöhtes Verkehrsaufkommen im Bereich Sägemühle bisher kein einziges Mal an ihn herangetragen worden. Zu den übrigen Äußerungen von Hafenecker nur soviel, meint Bader: „Runter vom Gas, sowohl verbal als auch beim Autofahren!“