Erstellt am 23. April 2016, 05:04

Bühne frei für Laien. Neben der St. Veiterin Paulina Merckens machen auch Spielfeld-Mitglieder bei der Produktion des Landestheaters mit.

 |  NOEN, Meyer Sarah

Mit der Bürgerproduktion 4.0 Stadtgeschichten erforscht das Landestheater Niederösterreich St. Pölten historisch, geografisch und literarisch. Die von Regisseurin Renate Aichinger und den anderen Autoren Bernhard Moshammer, Cornelia Travnicek, Michael Ziegelwagner, Moritz Beichl und Zdenka Becker verfassten Kurzstücke beleuchten prägende Zeitabschnitte, porträtieren Persönlichkeiten und gehen aktuellen Themen auf den Grund.

Zu den über 50 Laiendarstellern zählen auch Paulina Merckens aus St. Veit, Obmann Merten Gareiß, Obmannstellvertreterin Astrid Krizanic-Fallmann und Margit Meiringer von der Theaterspielgruppe Lilienfeld (Spielfeld) sowie Caroline Schindele, die am BG/BRG Lilienfeld unterrichtet.

Acht Aufführungen sind ausverkauft

Erfahrungen auf der Bühne hat die elfjährige Schülerin Paulina Merckens schon in der Schule und beim Kindertheater gesammelt. Beim Bürgertheater ist sie zum ersten Mal dabei. „Spannend“, findet Merckens die ganze Sache.

Bereits bei „Geschichten aus dem Horvath-Land“ 2014 und „Glanzstoff“ im Vorjahr machten Astrid Krizanic-Fallmann und Caroline Schindele mit. „Nach den guten Erfahrungen der Glanzstoff-Produktion war es für uns fast ein Muss, 2016 dabei zu sein“, sagen weiters Merten Gareiß und Margit Meiringer. Als Theaterbegeisterte haben die beiden im dritten Jahr des Bürgertheaters, „auch wegen der positiven Rückmeldung unserer Regie“, so Gareiß, „Lunte gerochen“ und sich zum Mitmachen entschlossen.

„Die Kombination aus professionellem Umfeld des Landestheaters und ausschließlicher Verwendung von Amateurschauspielern unterschiedlichster Erfahrung hat zusätzlich gereizt“, erklärt Gareiß. Dass das Stationentheater „Glanzstoff“, eine Uraufführung des renommierten Schriftstellers Felix Mitterer über den bekannten St. Pöltner Viskosegarn-Betrieb, im vergangenen November mit dem Nestroy-Spezialpreis ausgezeichnet wurde (die NÖN berichtete), war für Gareiß außerdem ein „Highlight“.

Heuer liegt das Besondere aus seiner Sicht auf der Wahl der Schauplätze. „Es ist ja wieder ein Stationentheater, das heißt, das Publikum wechselt von einer jeweils abgeschlossenen Stadtgeschichte zur nächsten Stadtgeschichte“, berichtet der Spielfeld-Obmann. Im Vorjahr war das Glanzstoff-Stationentheater auf dem „doch weitgehend abgeschotteten Firmengelände aufgeführt worden, jetzt passiert Theater mitten in der Stadt und die Herausforderung wird sein, die Kontinuität des Spieles für die Zuschauer auch in diesem, jetzt nicht mehr geschützten Bereich zu gewährleisten“, meint Gareiß.

Zusätzlich zur Generalprobe und der Premiere am 29. April sind übrigens schon sechs weitere Vorstellungen ausverkauft.

Zu den Themen und Schauplätzen

Die Bürgerproduktion 4.0 des Landestheaters Niederösterreich führt die Zuschauer an Orte und Plätze in der St. Pöltner Altstadt, wie in das Bürgermeisterzimmer im Rathaus oder das Refektorium im Dom. Der Bogen der Themen spannt sich von der Elektrifizierung der Stadt durch Bürgermeister Wilhelm Völkl über die bedeutsame Klientel des Grand Hotels Pittner bis zur Hauptstadtwerdung St. Pöltens im Jahr 1986. Einige der herausragenden Töchter der Stadt werden ebenso behandelt wie die verzweigten Lebenswege des als Kunstreiterin Miss Corinna bekannt gewordenen Schriftstellers Emil Vacano. Migration wird gleichfalls aufgegriffen.