Erstellt am 18. November 2015, 11:11

„Crazy“ mit Käse als Schuh. Vom Kostümdesignstudium zur Schuhmacherlehre: Die 29-jährige Kirsten Sandvoss beschloss, nach ihrem Studium für Kunstdesign in Hannover eine Schuhmacherlehre in der Maßschuhmacherei von Doris Pfaffenlehner in Kernhof zu beginnen.

Für Kirsten Sandvoss ist das Arbeiten mit den Händen das Besondere der Schuhmacherlehre, die sie derzeit in der Maßschuhmacherei von Doris Pfaffenlehner in Kernhof macht  |  NOEN, Carina Rambauske

„Es ist nicht das, was ich machen will“, bemerkte Kirsten Sandvoss nach Abschluss ihres Kostümdesignstudiums in Deutschland. Sie zog von Hannover nach St. Aegyd (Bezirk Lilienfeld), begann bei Doris Pfaffenlehner eine Lehre zur Schuhmacherin und kreierte im Frühling beim „Award for the crazy shoe“ den verrücktesten Schuh Europas.

Bei Doris Pfaffenlehner lernt sie, individuelle Schuhe nach Maß aus Leder zu fertigen. Schuhe, die nicht nur chic sind, sondern auch eine optimale Passform für den Träger haben. So ist der „crazy shoe“ von Kristen Sandvoss nicht nur ein richtiger Hingucker, sondern auch tragbar. Das Stück Käse sollte trotz aller Kreativität noch ein Schuh bleiben, so die Anforderung der 29-Jährigen. „Ich habe nicht speziell darüber nachgedacht, die Idee war einfach da“, erzählt Kirsten Sandvoss über den Anfang ihres Stücks. Es entstand ein Schuh in Form eines Käses, auf dem sich fröhliche Filzmäuse aus Schafswolle, Draht und Gummimilch tummeln. Für den Schuh verarbeitete sie pflanzlich gegerbtes Kalbsleder sowie gelbes Rinds- und Lammleder.

"Handwerk steht im Vordergrund“

Weniger ausgefallen geht es im Alltag der angehenden Schuhmacherin zu. „In erster Linie steht das Handwerk im Vordergrund“, betont sie. Das ist auch jener Aspekt, den sie an dem Beruf so anziehend findet und der auch ausschlaggebend war, nach der Studienzeit noch eine Lehre anzuhängen. „Ich wollte etwas mit meinen Händen machen, aktiv sein, etwas schaffen“, zählt Kirsten Sandvoss auf. Mittlerweile hat sie alles rund um den Schuh gemacht: nähen, zwicken bis hin zum Absatz bauen.

„Nach dem Spannen des Oberteils über den Leisten das Kniffligste für mich“, erzählt die 29-Jährige. Die angehende Schuhmacherin fertigt nicht nur für andere Schuhe nach Maß an, sondern auch für ihre eigenen Füße. Gerne auch einmal etwas ausgefallenere Modelle. Vier Paar Schuhe hat sie sich selbst schon gemacht. Nicht nur, weil es eine gute Übung ist, sondern weil sie von Kleidung und Schuhen eine ganz genaue Vorstellung hat. Und gekaufte Stücke können dieser nur selten gerecht werden. Also näht und schustert sie selber. „Wer kann, der kann halt“, meint dazu Doris
Paffenlehner lachend.