Erstellt am 23. Oktober 2015, 11:16

Dorfwirtshaus am Ortseingang. Gasthof Lindenhof | Waren es einst noch Bettler und russische Alliierte, sind es heute über Jahrzehnte treue Stammgäste, die die gute Küche der Familie Wochner zu schätzen wissen.

Stammgäste schätzen den Service der Familie Wochner. Im Bild (von links): Hubert mit Sohn Hubert, Gattin Claudia, Tochter Marie-Luise und Mutter Ernestine Wochner.  |  NOEN, Wohlmann
Entgeltliche Kooperation: Die WKO NÖ und die NÖN präsentieren die Familienunternehmen Niederösterreichs.

Erfolg seit Generationen: Teil 21

Wer in Rotheau einfährt, kommt direkt daran vorbei: am Gasthof Lindenhof der Familie Wochner.
   Seit 1890 weiß man von dem Gebäude, das Johann Birkner 1925 von der Familie Schrittwieser erstanden hat. Er ehelichte Anna Rotheneder aus Wiesenbach. Gemeinsam betrieben sie die Gaststätte, „die sogar über ein eigenes Dienstmädchen verfügte“, wie Ernestine Wochner zu berichten weiß.

Im Obergeschoß war zeitweise eine Frisörin aus St. Aegyd hier tätig. „Die ersten Gäste waren nicht selten Bettler“, schildert Ernestine Wochner und berichtet von der Greißlerei Korner, die im Nebengebäude ihr Geschäft hatte.

x  |  NOEN, privat
Der Zweite Weltkrieg mit den Alliierten ist eng mit der Geschichte des Traditionsgasthauses verbunden. „Die Russen kamen mit Fischen und forderten auf, diese zu grillen“, so Wochner. Das Haus sei mit Handgranaten beworfen worden, wobei die Familie Wochner und ihr Gasthof glimpflich davonkamen. Anna Birkner gebar vier Töchter – Anna, Maria, Margret und Ernestine.


Dass auch die letzte Tochter wieder kein Junge war, wurde in der ersten Woche der Öffentlichkeit verschwiegen, da die Familie traditionell war, wo man stolz einen Sohn als Nachfolger präsentieren wollte. Ernestine lernte Fleischermeister Hubert aus Michelbach kennen. Es folgte die Hochzeit, drei Kinder – Ernestine, Hubert und Ilse – wurden geboren.

Sohn Hubert machte die Ausbildung zum Koch. 1995 absolvierte Claudia aus Wilhelmsburg hier ein Praktikum und fand so ihre Leidenschaft zur Gastronomie – und zu Gastwirt Hubert. 1996 übernahmen die beiden den elterlichen Betrieb, 1998 folgte die Hochzeit.    Der Betrieb hat sich zum Eschenauer „Dorfwirtshaus“ entwickelt, obwohl er nicht im Ortskern liegt.

„Wir haben sehr viele Stammgäste“, schildert Hubert Wochner, der mit gut bürgerlicher Küche punktet. „Unser Hauptaugenmerk liegt auf Regionalität“, betont er. Sein Gastbetrieb wurde bereits als „Genusswirt“ ausgezeichnet und darf die Bezeichnung „Tut-gut-Wirt“ führen. Wochner ist Wirt aus Leidenschaft, auch „wenn die behördlichen Auflagen immer herausfordernder werden“, gibt er zu bedenken.

Daten & Fakten

  • Gründungsjahr: 1925

  • Geschäftsführer: Hubert Wochner

  • Unternehmensgegenstand: Gastronomie- und Beherbergungsbetrieb

  • Mitarbeiter: drei 

  • Ausstattung: Wintergarten, Stüberl, Saal, Gastzimmer

  • Adresse & Kontakt:
    Rotheau 2
    3153 Eschenau
    02762/68615


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