Erstellt am 17. Mai 2016, 10:07

von NÖN Redaktion

„Ein lohnender Genuss“. Lilienfelder Merten Gareiß verkörperte bei den Stadtgeschichten des Landestheaters St. Pöltner Bürgermeister Völkl. Auch weitere Mitwirkende mit Bezirksbezug.

Unter der Regie von Renate Aichinger (links) stand auch heuer die Bürgerproduktion 4.0 des Landestheaters NÖ. Mitwirkende mit Bezug zum Bezirk Lilienfeld waren Paulina Merckens, Caroline Schindele, Margit Meiringer, Marina Gnatko, Astrid Krizanic-Fallmann und Merten Gareiß. Einer der Schauplätze war das St. Pöltner Bürgermeisterbüro.  |  NOEN, NÖN
Neun ausverkaufte Vorstellungen und positive Reaktionen des Publikums: Ein voller Erfolg war die Bürgerproduktion 4.0 Stadtgeschichten des Landestheaters NÖ. Die letzte Vorstellung fand am Samstag statt.

Im Anschluss lud die zu den Salzburger Festspielen wechselnde Intendantin Bettina Hering zum Bürgergespräch, an dem mit Zdenka Becker, Regisseurin Renate Aichinger und Michael Ziegelwagner drei der insgesamt sechs Autoren teilnahmen.

„Nach den Erfahrungen des Vorjahres, Bürgertheater 3.0 Glanzstoff, war es auch heuer für mich zu erwarten, dass die Arbeit mit Regisseurin Renate Aichinger riesen Spaß machen wird“, sagt Obmann Merten Gareiß von der Theaterspielgruppe Lilienfeld, welcher wie seine Stellvertreterin Astrid Krizanic-Fallmann und Margit Meiringer zu den rund 50 Mitwirkenden zählte.

„Ausgewählt wurde ich, den ehemaligen Bürgermeister Völkl zu spielen, der durch das Errichten des Elektrizitätswerkes in St. Pölten wesentlich zum Aufschwung der Stadt beigetragen hat“, schildert er.

"Zwischen Genie und Wahnsinn"

Den Text verfasste Bernhard Moshammer unter dem Titel „Illuminatus“. „Einen Mann zwischen Genie und Wahnsinn darzustellen, und noch dazu im Büro des heutigen Bürgermeisters Stadler, war absolut lohnend“, meint Gareiß.

Dass er als Kostüm vergilbte Unterwäsche, ein Gilet mit und ohne Orden, einen langen „Kleiner-Prinz-Mantel“ sowie eine Krone verpasst bekam, machte alles noch ein wenig pikanter. „Wiewohl ich während des Aufführens nicht eine Sekunde an mein Outfit dachte“, betont Gareiß.

Das Stationentheater mit dem viermaligen Spielen des selben Stücks pro Aufführung war Herausforderung und Vergnügen zugleich. „Herausforderung, um immer das Beste zu liefern, Vergnügen, weil mit jedem Mal das Spiel leichter, flüssiger, authentischer wird und dadurch noch mehr Freude bereitet“, berichtet er. „Krönung“ war für Gareiß, dass er als „lichtbringender Völkl“ die Vorstellungen am Riemerplatz zu beenden hatte: „Auf diesem Platz in diesem Kostüm den Abschluss bilden zu dürfen, ist ein Genuss“, resümiert der Lilienfelder.

"Professionelle Leitung des Landestheaters"

Dass so viele theaterbegeisterte Laien einen Platz fanden, beeindruckt Margit Meiringer. „Bei der Präsentation der Rollen hat mich die Anna, die Geliebte von Bürgermeister Völkl, angesprochen, die ich schlussendlich mit großer Freude spielen durfte“, erzählt sie. Faszinierend sei weiters, wie aus den „einzelnen sechs Stücken durch die professionelle Leitung des Landestheaters ein Ganzes entstand“.

Den weiblichen Part hatte Caroline Schindele, Professorin am BG/BRG Lilienfeld, im Männer-Stück „Kein Blick zurück jetzt“ über Emil Vacano inne. Schauplatz war der Steingöttersaal.

Die elfjährige Paulina Merckens aus St. Veit durfte in Aichingers „Krosse Töchter“ bei den Englischen Fräulein mit ihrer Cousine Pia Erd die Schriftstellerinnen Paula Preradovic und Enrica Handel-Mazzetti als Mädchen mimen.

„Wir leben“ an zwei Spielstätten aufgeführt

Marina Gnatko, bei der Lilienfelder Firma Neuman beschäftigt, und Astrid Krizanic-Fallmann gehörten indes zu den 12 Darstellern aus sechs Nationen von „Wir leben“.

Darin spricht Zdenka Becker das polarisierende Thema Migration von allen Seiten an. Wegen Terminkollisionen wurde im Sommerrefektorium und im Priesterseminar gespielt.

„In Letzterem schaute sich Hausherr Weihbischof Anton Leichtfried gleich mehrere Durchgänge an und zeigte uns auch die Kapelle“, weisen sie auf sein Interesse hin. Ein besonderes Erlebnis sei ebenfalls die Einladung von Zdenka Becker an „ihre Gruppe“ zu einem Treffen gewesen.