Erstellt am 22. März 2016, 05:04

von Gila Wohlmann

"Entführung" war ein Familienstreit. Afghane und Russe hielten junge kranke Frau fest. Polizei rückte zum Streitschlichten aus.

 |  NOEN, Erwin Wodicka

Wilde Szenen spielten sich am Samstagvormittag zwischen Zdarskystraße und Bahnübergang ab: Zwei Männer rangelten mit einer jungen Frau. Passanten mutmaßten eine Entführung und verständigten die Polizei. Ein Mann soll die Frau sogar gewürgt haben.

„Drei Streifen sind innerhalb weniger Minuten vor Ort gewesen“, bestätigt Bezirkspolizeikommandant Michael Hochgerner. Sofort werden die beiden Männer angehalten und durchsucht. „Die Amtshandlung gestaltete sich aufgrund der großen Sprachbarrieren äußerst schwierig“, bestätigt Markus Haindl von der Landespolizeidirektion.

Doch was war geschehen? Eine psychisch kranke afghanische Asylwerberin hatte ihre Unterkunft verlassen. Ihr Vater versuchte, sie wieder zum Heimkehren zu bewegen, da Gefahr bestand, dass sie – wie schon öfters passiert – auf die Geleise der Bahn läuft. Sie wehrte sich heftig, ein russischer Asylwerber griff auch noch ein. Die Polizei deeskalierte die Situation. „Wir nehmen solche Anzeigen sehr ernst“, betonen Hochgerner und Haindl.