Erstellt am 15. März 2016, 16:34

von Markus Zauner

Entschärfung: Bitte warten!. Kritik, weil Lichtsignalanlage ausständig ist. ÖBB urgiert Bescheid, der laut Land vorliegt.

Der Bahnübergang am Habernreitweg in Marktl hat am 21. Mai 2015 ein Todesopfer gefordert.  |  NOEN, zVg

Die Tragödie bleibt unvergessen: Raiffeisenbank-Mitarbeiterin Katharina Wiesbauer übersah am 21. Mai 2015 auf der Fahrt zur Arbeit bei der Bahnübersetzung am Habernreitweg in Marktl einen herannahenden ÖBB-Triebwagen.


Ihr Auto wurde vom Zug erfasst und rund 80 Meter mitgeschleift, wenige Tage später erlag die erst 33-Jährige ihren schweren Unfallverletzungen. Katharinas Vater Maximilian Wiesbauer wurde vor rund 20 Jahren an derselben Stelle vom Zug erfasst und verstarb vor einigen Jahren an den Spätfolgen.

Kritik kommt nun von NÖN-Lesern, dass „bis zum heutigen Tag am Übergang noch immer nichts unternommen wurde“. Aktuell ist die Eisenbahnkreuzung „nur“ durch ein Andreaskreuz, eine Stopp-Tafel und die Zusatzinfo „Auf Pfeifsignal achten“ gesichert.

Bürgermeister Herbert Schrittwieser verweist auf eine eisenbahnrechtliche Verhandlung im August 2015, bei der (wie berichtet) die Entschärfung der Bahnübersetzung durch eine Lichtsignalanlage fixiert wurde — und zwar bis zum Jahr 2017. Allerdings betont ÖBB-Sprecher Christopher Seif nun dazu: „Wir haben noch keinen Bescheid der Behörde und können dementsprechend noch keine Planungen, geschweige denn Umsetzungen durchführen.“ Eine Aussage, die Heinz Bachbauer, Leiter der Abteilung Verkehrsrecht im Amt der NÖ Landesregierung, dementiert: „Mit Bescheid vom 16. September 2015 wurde ausgesprochen, dass die gegenständliche Eisenbahnkreuzung mit einer Gemeindestraße durch Lichtzeichen zu sichern ist. Die Inbetriebnahme der Sicherung hat spätestens innerhalb von zwei Jahren nach Rechtskraft des Bescheides zu erfolgen.“

„An diesen Ungereimtheiten darf die Umsetzung nicht scheitern. Ebenso ist die Kostenfrage zu klären.“ Der Lilienfelder Bürgermeister Herbert Schrittwieser

Bürgermeister Herbert Schrittwieser wundert sich über die unterschiedlichen Angaben und gibt sich kämpferisch: „An diesen Ungereimtheiten darf die Umsetzung nicht scheitern. Ebenso ist die Kostenfrage zu klären.“ Die wichtigste Maßnahme bleibe jedenfalls weiter „die Eigenverantwortung und damit verbundene Achtsamkeit im Verkehr“.