Eschenau

Erstellt am 19. Oktober 2016, 05:58

von Gila Wohlmann

Strafminderung: "Dickkopf durchgesetzt“. Josef Sulzer erhob Einspruch, da die Schrift auf seinen Saftflaschen um 0,2 Millimeter zu klein war. Behörde hatte hier Einsehen, dennoch muss er neue Etiketten machen.

Eva Sulzer-Fürllinger und Gatte Josef Sulzer freuen sich, dass sie nun weniger Strafe zahlen müssen.  |  Wohlmann

„Mein Einspruch hat sich gelohnt. Zumindest ist es ein Teilerfolg“, freut sich Landwirt Josef Sulzer.

Er muss nun weniger Strafe zahlen, als er von der Behörde bekommen hat. Die NÖN berichtete exklusiv: Nach einer Lebensmittelkontrolle des Amtes der NÖ Landesregierung hatte sich herausgestellt, dass er bei seinem Apfel-Karottensaft bei der Etikettierung eine falsche Schriftgröße verwendet hatte. Diese hätte 1,2 Millimeter groß sein müssen, seine war aber nur einen Millimeter groß.

Ähnlich erging es ihm mit seinem Apfelsaft. Zu 580 Euro wurde der vielfach prämierte Most- und Saftproduzent verdonnert, er ging in die Berufung — mit Erfolg, denn am 12. August erhielt der Landwirt ein Schreiben, dass ihm die Strafe bezüglich der zu kleinen Schrift erlassen wird. „Weil es sich um Kleinmengen bis 5.000 Liter handelt, die ich vertreibe und es sich bei mir um einen kleinregionalen Verkauf handelt“, erklärt Sulzer.

"Ich hab meinen Dickkopf durchgesetzt"

Neben der Schrift hatte die Behörde in einem Schreiben vom 11. Februar einen weiteren Punkt zu beanstanden. „Weil ich Vitamin C statt Antioxidationsmittel Ascorbinsäure auf die Flaschen geschrieben habe“, berichtet er über sein weiteres „Vergehen“. Auch hatte seine Wortwahl auf der Etikettierung: „Nach dem Öffnen sollte der Saft bald getrunken werden, um den guten Geschmack zu erhalten“ den Behörden nicht gepasst.

Am 3. Oktober das nächste Schreiben: Der Ausdruck „Vitamin C“ statt Ascorbinsäure darf bleiben. Lediglich der Text muss auf „Vor Licht und Wärme schützen und nach dem Öffnen gekühlt lagern und bald verbrauchen“ geändert werden. „Ich habe meinen Dickkopf durchgesetzt“, schmunzelt Sulzer. Dennoch bleiben ihm neben der Reststrafe von 450 Euro noch rund 700 Kosten für den Neudruck von 12.000 Etiketten, die alten darf er nicht mehr verwenden. „Das sind rund 3.000 Stück im Wert von 400 Euro, die ich jetzt wegschmeißen kann“, ärgert er sich.

Die Strafe will Sulzer übrigens „aufgrund der angespannten Lage in der Landwirtschaft“, wie er betont, „zu fünf Euro im Monat in Raten abzahlen.“

Verwaltungsübertretung scheint weiter auf

Bezirkshauptmann Franz Kemetmüller zur Strafminderung: „Es gab für den Apfel- und Apfel-Karottensaft eine Ermahnung, diesen Betrag muss er nicht einbezahlen, aber dennoch scheint diese Verwaltungsübertretung weiter auf und er muss für die Verfahrenskosten aufkommen.“