Erstellt am 13. Juni 2016, 08:07

Festival zählte 7.000 Gäste. 1.200 Mitwirkende bei „aufhOHRchen“ in Lilienfeld. Pernkopf lobt „enormes kulturelles Potenzial“.

Die Stadtkapelle Lilienfeld war am Sonntag eine von sechs Kapellen aus dem Bezirk Lilienfeld, die beim imposanten Großkonzert der Blasmusik aufspielten. Foto: Zauner  |  NOEN, Volkskultur NÖ, Krizanic-Fallmann, Zauner

Fünf Tage lang wurde ein pulsierendes Begegnungsfest gefeiert, musiziert, getanzt und gesungen. Einen Erfolg landete das 24. Niederösterreichische Volksmusikfestival „aufhOHRchen“. Zusammen mit dem Vorprogramm lockte „aufhOHRchen“ nach Veranstalterangaben rund 7.000 begeisterte Besucher mit Musik und guter Stimmung in die Bezirkshauptstadt Lilienfeld.

„Das Volksmusikfestival ,aufhOHRchen‘ versteht sich als Impuls für das Kreative im einzelnen Menschen, genauso wie in der Gemeinschaft – das war fünf Tage lang in Lilienfeld zu erleben“, freut sich Volkskultur-Niederösterreich-Chefin Dorli Draxler über den nachhaltigen Erfolg der „aufhOHRchen“-Idee.

„Das Miteinander einer ganzen Region“

Die Schönheit der Volkskultur lässt sich oft erst durch das persönliche Erlebnis vor Ort ermessen. Dazu hatten die Besucher in Lilienfeld reichlich Gelegenheit.

Ob beim umfangreichen Vorprogramm ab Mitte Mai – begonnen hatte es mit dem Volksmusikwettbewerb der niederösterreichischen Musikschulen – oder dem dichten Festivalprogramm (siehe auch ganz unten) mit Schulvorführungen, Wirtshausmusik, Straßenmusik, Chöretreffen oder musikalisch gestalteten Gottesdiensten, viele Gäste waren von der Vielfalt und Attraktivität authentischer Volksmusik angetan.

„Das Besondere an ,aufhOHRchen‘ ist das Miteinander einer ganzen Region, es zeigt das enorme kulturelle Potenzial in unseren Gemeinden. Von den Schulkindern bis zu den Senioren, von Klassik bis Volksmusik oder mit dem Großkonzert der Blasmusik — ,aufhOHRchen‘ ist Kulturvermittlung im besten Sinne. Beeindruckend war auch die Aufführung einer im Stiftsarchiv neu entdeckten Messe des Lilienfelder Zisterziensermönchs Alberich Seidl (1759-1828)“, betonte Landesrat Stephan Pernkopf, der das Festival am Sonntag besuchte.

Auch das abschließende Sänger- und Musikantentreffen „miteinander aufhOHRchen“ mit 15 Ensembles zeigte noch einmal die gesamte Bandbreite der Volksmusik.

1.200 Mitwirkende, 20 Teilveranstaltungen

Insgesamt wurden 1.200 Mitwirkende in das Festival eingebunden. 65 Volksmusik- und Gesangsensembles in 20 Teilveranstaltungen hüllten Lilienfeld in eine einzigartige Klangwolke.

„Die verbindende Kraft der Musik, das Miteinander der Generationen und die tief verwurzelte Volkskultur zeigte sich an diesem Wochenende ganz stark. Die fünf Tage mit Musik, Tanz, Gesang und gelebten Traditionen werden in Lilienfeld noch lange in Erinnerung bleiben“, zieht Bürgermeister Herbert Schrittwieser zufrieden Bilanz. Er denkt bereits ein „wieder aufhOHRchen“ an.


Festival-Stationen:

  • Bereits das Eröffnungskonzert sowie der launige Vortrag des Soziologen Roland Girtler über bäuerliche Kultur und Wildschützen avancierten zum Publikumsmagneten.

  • Am Schulprojekt „Mit allen Sinnen“ am Freitagvormittag nahmen 350 Kindergartenkinder und Schüler teil. Die Kinder und Jugendlichen aus den Landeskindergärten Lilienfeld, Marktl und Schrambach, der Volksschule Lilienfeld, der Neuen Mittelschule, des BG/BRG Lilienfeld sowie der Musikschule zeigten ihre Begeisterung für die Volkskultur. In dem bis auf den letzten Platz gefüllten Dormitorium und im Stiftspark führten sie Tänze, Lieder und kreative Klanginstallationen vor. Munter ging’s beim Workshop „Mit allen Singen“ weiter.

  • Am Freitagabend spielten zwölf Volksmusik- und Tanzensembles in sechs Lilienfelder Gaststätten zur geselligen Wirtshausmusik auf

  • Straßenmusikanten ließen am Samstagvormittag Plätze und Wege in Lilienfeld erklingen. Der Nachmittag stand im Zeichen der vokalen Begegnung: Elf Chöre und Vokalensembles stimmten Lieder an. Mit einem Best-of-Konzert bewiesen die Schüler der Musikschule Lilienfeld ihr Talent. Ein Höhepunkt war das bejubelte Konzert „Volksmusik vom Feinsten“ mit Urgestein Ernst Spirk.

  • Mit einer besonderen Messe wurde der Gottesdienst in der Stiftskirche am Sonntag gefeiert. Unter der Leitung von Michael Poglitsch studierten das Ensemble des Konservatoriums für Kirchenmusik St. Pölten und Sänger aus Lilienfeld die Missa in G von Pater Alberich Seidl ein.

  • Das Finale von „aufhOHRchen“ am 12. Juni leitete ein Großkonzert der Blasmusik mit sechs Kapellen aus dem Bezirk ein. Beim Abschlussfest zeigten Chöre, Tanzensembles, Blasmusik- & Volksmusikensembles mit Ständchen nochmals die gesamte Vielfalt der niederösterreichischen Volksmusik auf.