Erstellt am 03. Mai 2016, 05:54

von Gila Wohlmann

Flüchtlinge als Helfer im Heim. Zwei junge Afghanen werden die Haustechniker im Landespflegeheim unterstützen, denn sie wollen sich nützlich machen.

Noori F. und Zakhel A. (4. u. 5. v. l.) werden den Haustechnikern Michael Karner und Andreas Pöllendorfer (2. und 1. v. r.) helfen, im Bild mit Berater Ari Ahmad, Pflegedienstleiterin Waltraud Eder und Vize-Direktor Christian Perzl (von links).  |  NOEN, Wohlmann

Sie heißen Noori und Zakhel und kommen aus Afghanistan. Sie haben eine lange Flucht hinter sich und leben jetzt in Hainfeld. Beide wollen aber nicht nur untätig herumsitzen, sondern sich sinnvoll in die Gesellschaft einbringen.

Das Landespflegeheim Hainfeld gibt den Flüchtlingen nun in Kooperation mit der Diakonie die Möglichkeit dazu. „Es war der Wunsch der beiden, mithelfen zu dürfen, um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern und neue Leute kennenzulernen“, schildert ihr Berater Ari Ahmad von der Diakonie. Letztere ist an das Landespflegeheim Hainfeld herangetreten, ob nicht die Möglichkeit bestünde, den jungen Männern eine Beschäftigung zu geben. „Ja das werden wir natürlich machen. Sie können unserem Haustechniker ehrenamtlich behilflich sein“, sagt Landespflegeheimdirektorin Gabriela Galeta.

„Es war der Wunsch der beiden, mithelfen zu dürfen"

Darüber freuen sich die beiden Asylwerber. In ihrer Heimat haben die beiden ihren Eltern geholfen. „Mein Vater hatte ein Geschäft“, schildert Noori und ist bemüht, auf Deutsch zu antworten. Gemeinsam mit Zakhel, dessen Vater Landwirt in Afghanistan ist, besucht er regelmäßig den Comedor del Arte, einen Begegnungsraum für Einheimische und Zugereiste rund um Franz Witzmann und seine Partnerin Alexandra Eichenauer-Knoll. Hier haben sie Deutschunterricht.

Angst vor sprachlichen Barrieren hat man im Heim derzeit keine, denn Noori spricht auch Englisch. Die beiden werden bei Gartenarbeiten und kleineren Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten helfen. Das ist auch Ablenkung von den Ereignissen auf der Flucht. „Ich habe an der Schleuse zwischen Syrien und der Türkei meine Familie verloren. Ich weiß nicht, wo sie ist“, erzählt Noori und freut sich, Zakhel als Freund gewonnen zu haben.

„Ich habe an der Schleuse zwischen Syrien und der Türkei meine Familie verloren; ich weiß nicht, wo sie ist.“Noori F., Flüchtling aus Afghanistan

Das Pflegeheim Hainfeld hat in der Vergangenheit positive Erfahrungen mit Ehrenamtlichen mit Migrationshintergrund gemacht. „Ein afghanischer Mann namens Navid kam ein Jahr zu uns, um zu helfen. Er war wirklich sehr bemüht“, schildert die Managerin für Ehrenamt und Alltagsbegleitung, Gundi Kaiser. Großes Lob hegt sie auch für Nassrin Jamileh Pakjan aus Teheran. Diese ist kein neu angekommener Flüchtling, sondern sie lebt schon seit Jahren im Bezirk.
 

x  |  NOEN, zVg

„Sie hat bereits in Persien in einem Heim gearbeitet. Da sie arbeitssuchend ist und nicht sinnlos rumsitzen möchte, kommt sie jede Woche zu uns ins Heim und kümmert sich mit großem Engagement liebevoll um unserer Bewohner“, schildert Kaiser das große Engagement der Ehrenamtlichen.