Erstellt am 06. Februar 2018, 05:40

von Markus Zauner

Bezirk Lilienfeld geht leer aus: Kein Landtagssitz. Karl Bader (ÖVP) „fliegt“ aus dem Landtag und wird stattdessen wie Albert Pitterle (SPÖ) in den Bundesrat einziehen.

Ziehen in den Bundesrat, die Länderkammer des Parlaments, ein: Karl Bader (ÖVP, links) und Albert Pitterle (SPÖ).  |  NÖN

Unangefochtener Vorzugsstimmenkaiser der Bezirkskandidaten ist am 28. Jänner Karl Bader (ÖVP) geworden. Mit dem Wiedereinzug in den Landtag hat es trotzdem nicht geklappt. Der Grund: Die ÖVP-Kollegen aus den Bezirken Horn, Scheibbs und Gmünd haben (gemessen an den abgegebenen gültigen Stimmen) prozentuell noch mehr Vorzugsstimmen als Bader eingeheimst und sich somit die von der Landespartei zugesagten Landtagssitze für die Bezirke ohne Direktmandat gesichert.

Mögliche Rückkehr in den Landtag?

Damit heißt es für Bader Abschied nehmen aus dem Landtag, dem er seit 2008 angehörte. Ein Wechsel in den Bundesrat, wo er bereits von 2003 bis 2008 tätig war, wurde ihm für die neue Periode von der Landespartei zugesagt. Ein kleiner Hoffnungsschimmer auf die Rückkehr in den Landtag zu einem späteren Zeitpunkt bleibt freilich. Er habe dementsprechende „Signale erhalten“, so Bader.

Endgültig ad acta legen musste den am Wahlsonntag noch nicht ausgeschlossenen Einzug in den Landtag mittlerweile auch SPÖ-Frontmann Albert Pitterle. „Ich bin aber nicht frustriert“, erklärt Pitterle, der nun fix mit dem Einzug in den Bundesrat rechnet.

Leer ausgegangen sind bei der Mandatsverteilung erwartungsgemäß die Bezirksspitzenkandidaten von FPÖ, Grünen und NEOS. Womit Lilienfeld mit Bader und Pitterle in Bälde zwar zwei Vertreter im Bundesrat, aber keinen Mandatar mehr im Landtag stellen wird. In der vergangenen Periode war Lilienfeld in Person von Karl Bader und Herbert Thumpser (SPÖ) noch mit zwei Landtagsabgeordneten vertreten. Es sei „schade“, ohne Sitz im Landtag dazustehen, sagt Pitterle. Die Sozialdemokraten würden mit ihm an der Spitze aber an einem zukünftigen Landtagsmandat für den Bezirk arbeiten, verspricht der erst seit acht Monaten im Amt befindliche SPÖ-Bezirksparteichef. Eine Periode müsse man ihm schon Zeit geben. . .

Bader: „Keine Nachteile ohne Landtagsmandat“

ÖVP-Pendant Bader erwartet sich durch seinen (zumindest vorläufigen) Abschied aus dem Landtag keine Nachteile für den Bezirk Lilienfeld. „Ich werde auch in Zukunft bei Klubsitzungen im Landtag eingeladen sein. Und der Kontakt zu den Mitgliedern der Landesregierung wird weiter ein guter sein“, zeigt sich der Rohrbacher zuversichtlich. Außerdem habe er schon früher als Bundesratsmitglied die Interessen des Bezirkes Lilienfeld „intensiv vertreten“.

Die Flinte ins Korn werfen werde er jedenfalls nicht, versichert Bader: „Mit 3.905 Vorzugsstimmen habe ich einen starken Rückhalt in der Bevölkerung. Das Wahlergebnis ist für mich Verpflichtung, meine politische Arbeit fortzusetzen.“ Und: Er habe im Wahlkampf ein „sehr starkes Signal des Miteinanders“ verspürt, dankt Bader den ÖVP-Funktionären mit Bezirksgeschäftsführerin Sandra Böhmwalder an der Spitze.

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