Erstellt am 21. September 2015, 13:45

von Markus Zauner

150.000 Euro für Bergbahn genehmigt. Nicht ohne Debatten ging Transferzahlung an den Lift vonstatten. Künftig sind Situationsberichte über Bergbahnlage geplant.

 |  NOEN, NÖN

Die im Eigentum der Stadt stehende Bergbahn frisst jährlich ein Loch ins Kommunalbudget. Das ist ebenso bekannt wie die Transferzahlungen, die der Gemeinderat regelmäßig an die Bergbahn-GmbH genehmigen muss.
Einstimmig abgesegnet haben die Mandatare letzte Woche auch weitere 150.000 Euro für den Lift. Allerdings nicht ohne vorhergehende Diskussionen.

„Die Ausgaben wurden großteils schon getätigt“, bemängelte SPÖ-Chef Martin Trattner. Anstatt „im Nachhinein“ Geldflüsse für den Lift abzusegnen, erwarte er sich in Zukunft, da die Kommune Geldgeber sei, „mehr Transparenz“ und schon im Vorfeld die Befassung des Gemeinderates mit Bergbahnausgaben beziehungsweise Investitionen, die 5.000 Euro überschreiten.

„Ihr könnt‘ nicht sagen, nichts gewusst zu haben.“
Vizebürgermeister Wolfgang Labenbacher (ÖVP)

Vizebürgermeister Wolfgang Labenbacher von der Mehrheitsfraktion ÖVP hielt in seiner Funktion als (ehrenamtlicher) Lift-Geschäftsführer dagegen, dass auch die SPÖ in den Versammlungen der gemeindeeigenen Bergbahn-GmbH „kompetent und arbeitsfreudig“ vertreten sei. Und da gebe es Protokolle, in denen die Ausgaben nachzulesen seien. „Ihr könnt‘ also nicht sagen, nichts gewusst zu haben“, so Labenbacher Richtung SPÖ.

Woraufhin Trattner erwiderte: „Aber der Informationsfluss an den Gemeinderat ist verbesserungswürdig.“ Nachdem Labenbacher angekündigt hatte, willens sei, einen Kompromiss zu finden, präsentierte diesen Bürgermeister Herbert Schrittwieser (ÖVP) dann auch gleich. Demnach soll es im Gemeinderat ab sofort regelmäßige Situationsberichte über den Lift geben.

Gründe für Geldbedarf sind vielseitig

Wieso die Transferzahlung über 150.000 Euro an die Bergbahn benötigt wird, erklärt Schrittwieser folgendermaßen: „Der Kontostand zeigt einen massiven Rückstand, der sich durch laufende Gehaltszahlungen ans Personal sowie aus Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten an Maschinen und maschinellen Anlagen ergibt, die auch für die Betriebsgenehmigung durch die Seilbahnbehörde unbedingt erforderlich waren.“

Dazu komme, dass eine neue Verkabelung der Seilüberwachung, eine Dachsanierung bei der Bergstation um 16.700 Euro sowie das Freischneiden der Trasse um etwa 7.000 Euro unabdingbar gewesen seien. Und: Finanzbedarf bestehe auch, weil „Schäden in mangelhafter Betriebsführung entstanden sind, die nun unter dem neuen Betriebsleiter Thomas Sacher in Ordnung gebracht wurden“, erklärt Schrittwieser.

Die positive Nachricht zum Schluss. „Nach einem Ansuchen bei Landeshauptmann Erwin Pröll kann mit einer Bedarfszuweisung des Landes Niederösterreich für den Lift um rund 100.000 Euro gerechnet werden“, so der Ortschef.