Erstellt am 26. April 2016, 05:24

Griss im Bezirk auf Platz 2. Wahlsieger Hofer (FP) liegt über Bundesschnitt, Van der Bellen (Grüne) darunter. Pleite für SP und VP.

 |  NOEN, bilderbox.com (www.bilderbox.com)

Schon beim Bekanntwerden der ersten Gemeindeergebnisse in der SPÖ-Parteizentrale in Lilienfeld war klar: Es wird ein bitterer Wahlsonntag für die Sozialdemokraten. Letztlich schaffte SPÖ-Präsidentschaftskandidat Rudolf Hundstorfer laut vorläufigem Wahlergebnis am Sonntagabend bei Redaktionsschluss bezirksweit magere 14,7 Prozent der Stimmen (bundesweit 11,2 Prozent) und damit nur Platz fünf.

„Das ist eine komplette Enttäuschung für uns"

„Das ist eine komplette Enttäuschung für uns, ich hätte geglaubt, dass die Abstände geringer ausfallen“, stellt SPÖ-Bezirksparteiobmann Herbert Thumpser mit Ernüchterung fest. Im Wahlkampf habe die Emotion gefehlt. Und das habe Hundstorfer, der ein guter Sozialminister gewesen sei, geschadet, urteilt Thumpser.

Kein Grund zum Feiern auch in der ÖVP-Bezirksparteizentrale, wo die neue Mitarbeiterin Anna Fußthaler mit Bezirksgeschäftsführerin Christine Lechner das Eintrudeln der Wahlergebnisse mitverfolgte. Dass es ÖVP-Kandidat Andreas Khol im Bezirk mit 14,8 Prozent (bundesweit 11,2 Prozent) im Gegensatz zum nationalen Ergebnis (Platz vier) hauchdünn auf Platz drei geschafft hat, ist für ÖVP-Bezirksparteiobmann Karl Bader ein schwacher Trost: „Für einen Parteifunktionär ist dieses Ergebnis natürlich nicht zufriedenstellend.“ Das Wahlergebnis sei ein Signal, dass man die Menschen und deren Sorgen ernster nehmen müsse.

Als strahlender Wahlsieger präsentieren sich auch im Bezirk Lilienfeld die Freiheitlichen. FPÖ-Präsidentschaftsanwärter Norbert Hofer schaffte in heimischen Gefilden mit 36,9 Prozent der Stimmen wie bundesweit (36,4 Prozent) Platz eins. Bezirksparteichef Christian Hafenecker in Hochstimmung: „Die Wahl ist ein Strafmandat für die Bundesregierung plus Führerscheinabnahme. Die Bürger haben das Vertrauen in die Regierung komplett verloren.“ Die FPÖ-Bezirksparteiorganisation werde sich voll ins Zeug legen, um ihr Scherflein für einen Sieg Hofers bei der nun anstehenden Stichwahl gegen Ex-Grünen-Chef Alexander Van der Bellen zu leisten. Hafenecker: „Wir wollen, dass die Hofburg zur Hoferburg wird.“

„Die Wahl ist ein Strafmandat für die Bundesregierung plus Führerscheinabnahme.“ FPÖ-Bezirkschef Christian Hafenecker

Apropos Ex-Grünen-Chef: Mit 14,8 Prozent (bundesweit 20,4 Prozent) schaffte Van der Bellen, dessen grüne Unterstützer über keine Bezirksorganisation verfügen, im Bezirk Lilienfeld lediglich Platz vier. Auf stolze 15,5 Prozent der Stimmen und damit sogar auf Platz zwei im Bezirk kam hingegen die unabhängige Kandidatin Irmgard Griss, bundesweit (18,5 Prozent) reichte es vergleichsweise zu Platz drei. Weit abgeschlagen Richard Lugner, der im Bezirk lediglich 3,4 Prozent der Stimmen für sich verbuchen konnte, bundesweit waren es noch weniger (2,4 Prozent).

Ein Blick zur Wahlbeteiligung zeigt eine Steigerung: 2010 schritten im Bezirk Lilienfeld 70,5 Prozent der Wahlberechtigten zu den Urnen, am vergangenen Sonntag waren es (ohne noch nicht ausgezählte Wahlkarten) 71,1 Prozent.