Hainfeld

Erstellt am 31. August 2016, 04:00

von Gila Wohlmann

Lebenskreisquelle: Neo-Bestattung verfilmt. Mit einem neuen Werbestreifen wird die individuelle Zeremonie der Naturbestattung mit Günter Schönbichler und Astrid Lampl Interessierten näher gebracht.

Moritz Lampl durfte Filmemacher Sananda Kirschner (rechts) bei den Dreharbeiten assistieren.  |  NOEN, Wohlmann, privat

Seit fast einem Jahr ist nun die Lebenskreisquelle, die Hainfelder Naturbestattung im Kirchtal, initiiert von Bestatter Günter Schönbichler und seiner Lebenspartnerin Astrid Lampl, in Betrieb.

Jetzt wollen die Betreiber mit einem Film auf diese ganz besondere Form der Beisetzung aufmerksam machen. Umgesetzt wird dieser achtminütige Streifen vom jungen Tiroler Filmemacher Sananda Kirschner. Er hat auch bereits bei einem internationalen Filmfestival mit dem Werk „Masters of Peace“ einen vierten Platz erreichen können.

„Dass Sananda sich mit dem Thema Frieden auseinandersetzt, hat uns angesprochen, da ja auch die Lebenskreisquelle eine Stätte des Friedens ist“, sagt Astrid Lampl.

 

 

Die klinische und Gesundheitspsychologin, die auch als Arbeits- und Notfallpsychologin sowie Naturpsychologin tätig ist, erklärt zur Bestattung auf der Lebenskreisquelle: „Unser Ziel ist es, durch individuelle Zeremonien den Hinterbliebenen den Abschied und das Trauern zu erleichtern, indem wir bewusst machen, dass wir Menschen Teil der Natur und daher auch diesem natürlichen Kreislauf unterworfen sind.“

Genau das soll im Film verdeutlicht werden. Mitgewirkt haben daran Menschen, die hier bereits Verwandte beigesetzt haben, aber auch zahlreiche andere, die Interesse an diesem Platz haben, sei es zur Entspannung oder auch, um selbst einmal hier beerdigt zu werden. Im Zentrum der Lebenskreisquelle steht der Zyklus des Lebens, mit seinem Ankommen, Heranwachsen, Reifen und Gehen, wie er im Kreislauf der Natur vorkommt. All dies wird in den Beisetzungszeremonien gewürdigt.

„Im Mittelpunkt unseres Tuns ist stets der Mensch, nicht nur Hinterbliebene oder Trauernde“, ist Günter Schönbichler überzeugt, dass die Lebenskreisquelle nach einem schmerzlichen Verlust die Basis für einen Neuanfang schafft.

"Wollen so das Leben begreiflich machen"

„Deshalb versteht sich diese auch nicht als weitere Naturbestattung, sondern als Angebot auf die Wünsche vieler Hinterbliebener, die andere Wege der Verabschiedung gehen wollen“, betont er. Bei einer Zeremonie, die rund 40 Minuten dauert, durchwandert der Hinterbliebene den Lebenskreis, bei dem er allen Elementen und Himmelsrichtungen begegnet.

„Wir wollen so das Leben begreiflich machen und zeigen, dass es weitergeht. Man kann dem Trauernden so bewusst machen, dass er nun die Chance hat, vielleicht etwas fortzusetzen, wie es der Verstorbene gerne gehabt hätte und so bekommt der Trauernde wieder eine Aufgabe mit“, schildern die beiden.

Dabei steht das Element Feuer für das Lebensfeuer, das jeder in sich trägt; es steht für die Begeisterung, die im Trauernden wieder erwachen soll. Die Erde symbolisiert das Element, das unseren Körper nährt und trägt, das Wasser die Geburt und die Emotionen, die in uns fließen, und die Luft unseren Atem, den wir zum Leben brauchen.

Film soll auch ins Fernsehen kommen

Die Lebenskreisquelle ist aber nicht nur für Hinterbliebene zum Besuch gedacht. „Alle Menschen dürfen die Lebenskreisquelle besuchen, unabhängig davon, ob sie kommen, um sich an jemanden zu erinnern, der hier beigesetzt wurde, oder ob sie selbst beschlossen haben, sich an diesem Ort beisetzen zu lassen. Man kann hier Ruhe finden und den Lauf seines Lebens überdenken“, erläutert Schönbichler.

Der Werbefilm soll, wenn alles nach Plan verläuft, noch heuer auf der Webseite der Lebenskreisquelle und via Youtube zu sehen sein. Es ist auch geplant, dass dieser im TV ausgestrahlt wird.