Erstellt am 29. September 2015, 05:37

von Markus Zauner und Gila Wohlmann

Hainfeld lehnt Kauf alter Bahntrasse ab. Geschlossen stimmte Hainfelder Gemeinderat gegen Trassenerwerb. Kleinregionschef ist dafür, Kaumberg entscheidet erst.

Der Ankauf der verwaisten Bahnstrecke über den Gerichtsberg ist für die Hainfelder Mandatare keine Option. privat  |  NOEN, privat

Nach der vor Jahren erfolgten Einstellung des Bahnverkehrs über den Gerichtsberg werden neue Pläne gewälzt. Folglich könnten die betroffenen Gemeinden die alte Bahntrasse von der NÖVOG zur Errichtung eines Radweges erwerben.

„Haben bereits mehrere gut frequentierte Radwege“

Den Kauf der stillgelegten Strecke — ein konkreter Preis wird nicht genannt — lehnte der Hainfelder Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag freilich ab. Und zwar einstimmig. Bürgermeister Albert Pitterle (SPÖ) begründet: „Der Kauf ist für uns als Gemeinde uninteressant. Alleine die Tunnelrestaurierung würde sich auf mehrere Hundert tausend Euro belaufen. Die Kosten stehen in keiner Relation zum Nutzen für uns.“

Und: „Wir haben bereits mehrere gut frequentierte Radwege in der Gemeinde, sodass die Option zur Nutzung als Radweg im Moment auch nicht wirklich Thema ist. Gespräche mit der NÖVOG für die Nutzung der Bahnstrecke werden aber angestrebt“, ergänzt Pitterle.

In Kaumberg steht das Thema auf der Sitzungs-Agenda

Am Ball bleiben will ÖVP-Stadtrat Franz Thür: „Wir erachten die Nutzung der Trasse für sinnvoll. Gespräche des Bürgermeisters mit der NÖVOG werden daher von uns gefordert. Wir wollen die Idee eines Rad- oder Mehrzweckweges entlang der Trasse weiterverfolgen.“

Für den Trassenankauf plädiert Bürgermeister Herbert Schrittwieser (ÖVP), der Obmann der Kleinregion Traisen-Gölsental: „Es muss aber alles in Abstimmung mit der Region Triestingtal und den Gemeinden Kaumberg und Hainfeld erfolgen, dann kann die Kleinregion in Gespräche zum Erwerb der Bahntrasse eintreten. Kosten entstehen nicht nur für den Erwerb der Strecke, sondern auch für die Erhaltung, wobei es aber wichtig wäre, Entwicklungsmöglichkeiten der Region zu wahren.“ Die Kleinregion habe daher derzeit eine abwartende Position, stehe aber als Partner gerne zur Verfügung.

In Kaumberg wird das Thema Trassenankauf in der kommenden Oktober-Gemeinderatssitzung behandelt, kündigt Bürgermeister Michael Singraber (ÖVP) an. Der Entscheidung dieses Gremiums will der Ortschef auf NÖN-Anfrage freilich nicht vorgreifen. Eine — zumindest mehrheitliche — Zustimmung zum Erwerb gilt aber als wahrscheinlichste Option.