Erstellt am 15. Dezember 2015, 05:18

von Gila Wohlmann

Neue Ampel entzweit. Unterschiedliche Auffassungen herrschen derzeit über die Sinnhaftigkeit der neuen 80.000-Euro-Anlage. Für die Polizei ist die Ampel für Rückschlüsse zu kurz in Betrieb.

Die neue Ampel scheidet die Geister.  |  NOEN, Foto: privat

Ist sie nun eine Verkehrserleichterung oder eine Schikane? Uneinigkeit unter den Bürgern herrscht derzeit über die Sinnhaftigkeit der neuen Ampelanlage auf der Bundesstraße 18 bei der Kreuzung mit der Dreikreuzstraße in Ob der Kirche.

„Ich habe einige nicht positive Rückmeldungen bekommen“, sagt Hainfelds Bürgermeister Albert Pitterle. Er verweist auch auf eine Anrainerbefragung, bei der es einige Stimmen gegen die Ampel gegeben hätte.

Dem Land hat die Ampelanlage immerhin rund 80.000 Euro gekostet, sie wurde erst vor wenigen Wochen in Betrieb genommen. Der Grund: Aufgrund der starken Verkehrsbelastung auf der B 18 im Bereich der bisher ungeregelten dreistrahligen Kreuzung kam es zu langen Wartezeiten beim Einbiegen von der L 132 in die B 18. Deshalb hatte sich der NÖ Straßendienst dazu entschlossen, an dieser Kreuzung eine verkehrsabhängige Ampelanlage zu errichten (die NÖN berichtete).

Entschärfung des Risikos für Unfälle 

Rohrbachs Bürgermeister Karl Bader weiß auch, „dass die Ampel auf geteilte Zustimmung stößt“, wobei er betont, „dass die Rückmeldungen aus Rohrbach sehr positiv sind, da die langen Wartenzeiten zum Einbiegen in die B 18 nun passé sind.“ Er kennt bereits aufgetretene Probleme mit der Ampelschaltung, versichert aber: „Ich habe das sofort dem Straßenmeister gemeldet, dass dies rasch behoben wird.“

Zur Erinnerung: Die neue Ampelanlage ist für den Verkehr auf der B 18 auf Dauergrün geschaltet. Eine Umschaltung erfolgt, wenn Fahrzeuge auf der Dreikreuzstraße die Bodensensoren passieren oder wenn Fußgänger den Druckknopf betätigen. Die Grünzeit beträgt für die B 18 30 Sekunden und kann auf 45 Sekunden verlängert werden. Für das Ausfahren aus der L 132 steht den Verkehrsteilnehmern eine Grünzeit von 13 Sekunden zur Verfügung, die auf 23 Sekunden verlängert werden kann.

Vize-Bezirkspolizeikommandant Christian Filzwieser verweist auf die Entschärfung des Risikos für Kollisionen im Kreuzungsbereich durch die Ampelanlage, meint aber, dass sich Ausweichrouten über die Rohrwiesenstraße oder Sägemühle bilden könnten. Die Ampel sei, so Filzwieser, letztlich zu kurz in Betrieb, um seriöse Rückschlüsse ziehen zu können.