Erstellt am 27. April 2016, 05:24

von Markus Zauner

Herbert Schrittwieser: "Brauchen Zimmer!". Herbert Schrittwieser über Maßnahmen zur Ankurbelung des Mountainbiketourismus, die Einhaltung der Fair-Play-Regeln am Muckenkogel und den laufenden Radlerprozess.

 |  NOEN, NÖN

Die Mountainbikesaison läuft gerade wieder an. Seit Anfang April darf die im Vorjahr geöffnete Haupt-Forststraße auf den Muckenkogel nach der Winterpause wieder mit dem Rad befahren werden. Im NÖN-Gespräch nimmt Herbert Schrittwieser, der Lilienfelder Bürgermeister und Obmann des Tourismusverbandes Traisen-Gölsental, zum Wirtschaftsfaktor Mountainbiken Stellung.

NÖN: Mit der Legalisierung des Mountainbikens auf der Haupt-Forststraße des Muckenkogels ist im Vorjahr ein wichtiger Schritt gelungen. Sehen Sie die Bezirkshauptstadt damit in diesem Bereich schon am Ziel angekommen?
Herbert Schrittwieser: Die neue Mountainbikestrecke hat sich sehr bewährt und stellt eine große Bereicherung unserer Angebote dar. Am Ziel sind wir damit noch nicht, denn es kann hier sicher noch mehr an Wertschöpfung erreicht werden. In diesem Segment liegt touristisch ein großes Potenzial. Dazu braucht es aber breitere Angebote in der Region — und vor allem Zimmer, um hier stärker einsteigen zu können.

Mountainbiker: Tendenz ist steigend 

Wie viele Mountainbiker erwarten Sie heuer in der Bezirkshauptstadt Lilienfeld?
Grundsätzlich kann man feststellen, dass die Tendenz steigend ist und das Angebot immer mehr und besser angenommen wird. Es ist also davon auszugehen, dass wir gegenüber dem Vorjahr eine klare Steigerung erreichen werden, da sich der Saisonbeginn schon sehr stark zeigt.

Wie schaut es mit der Vermarktung des Radfahrens aus, orten Sie hier noch Verbesserungspotenzial?
In der Vermarktung gibt es Luft nach oben, denn dabei waren wir bisher eher zurückhaltend. Die beste Werbung war die Mundpropaganda. In der Werbung hat für uns als Liftbetreiber natürlich der Sessellift noch immer den Schwerpunkt.

Wer profitiert aller vom Mountainbiketourismus?
Den größten Vorteil haben die Hüttenbewirtschafter, aber auch die regionale Wirtschaft im Ort profitiert.

"Wichtig ist, dass wir uns als Vertragspartner korrekt und fair verhalten"

Der Prozess gegen eine Wienerin, die abseits der freigegebenen Route am Muckenkogel geradelt war und vom Jagdpächter auf Unterlassung geklagt wurde, geht (wie berichtet) im Mai in die nächste Runde. Sehen Sie durch solche Aktionen die getroffene Lösung am Lilienfelder Hausberg mittelfristig gefährdet?
Durch solche Einzelfälle sehe ich die getroffene Lösung nicht gefährdet. Wichtig ist, dass wir uns als Vertragspartner korrekt und fair verhalten, wie es ja grundsätzlich im erfolgreichen Sportgeschehen üblich und selbstverständlich ist.

Sind Sie am Muckenkogel mit der Einhaltung der Fair-Play-Regeln durch die Radler zufrieden?
Im Großen und Ganzen kann man zufrieden sein. Verbesserungsmöglichkeiten gibt es immer. Wichtig ist, dass wir weiterhin auf die Einhaltung der Fair-Play-Regeln schauen. Dies gilt für alle Beteiligten, besonders auch für die Hüttenwirte.