Erstellt am 12. Oktober 2015, 09:56

von Nadja Straubinger

Hitzesommer brachte durchwachsene Ernte. Kammerobmann Reinhold Mader berichtet von den Erträgen und Problemen in der Landwirtschaft im Bezirk Lilienfeld.

Die Landwirtschaftskammer prognostiziert für die Ernte 2015 durchschnittliche Erträge, wobei die regionalen Unterschiede durchaus größer sein können. Die Qualität der Ernte soll, besonders beim Brotgetreide, über der des Jahres 2014 liegen.  |  NOEN, Wodicka

"20 bis 25 Prozent weniger Ertrag gab es beim Grünland im Bezirk", berichtet Kammerobmann Reinhold Mader von einem für die Bauern des Bezirks Lilienfeld durchwachsenen Sommer.

"Viele Leute wissen nicht, dass der
Hundekot gefährlich für Kühe sein kann.“
Reinhold Mader, Kammerobmann

Nach dem Wachstumsstopp der Pflanzen während der Hitzeperioden, sei aber noch einiges nachgewachsen. Probleme mit dem Futter sollte es also nicht geben. Allerdings gibt es vermehrt Probleme mit Hundekot im Futter. „Wir sind derzeit dran, ein Info-Flugblatt zu gestalten. Viele Leute wissen nicht, dass der Hundekot gefährlich für Kühe sein kann“, so Mader. Der Hund sei Allesfresser und im Kot seien Viren, die dazu führen können, dass es bei einer Kuh zum Verwerfen des Kalbs kommt. „Wir wollen dazu Bewusstsein bilden“, betont Reinhold Mader.

Der heiße trockene Sommer hat sich auch auf die Forstwirtschaft ausgewirkt. „Das waren für den Borkenkäfer sehr gute Bedingungen, er konnte sich gut vermehren“, berichtet Mader. Unterschiedliche Meldungen gebe es vom Obstbau. Da sind die Ergebnisse im Bezirk unterschiedlich. „Durch die Sonnenlage müsste die Qualität passen, die Menge ist eher das Problem“, weiß Mader. Teilweise müsse für die Mostherstellungen zugekauft werden. Durchwachsen war außerdem die Maisernte. Während auf seichten Böden der Mais nicht sehr schön gediehen ist, sind Qualität und Menge auf besseren Böden in Ordnung.

Milchpreis macht derzeit Probleme

Sorgen bereitet den Milchbauern im Bezirk der aktuell sehr tiefe Milchpreis, der sich am Weltmarkt orientiert. Helfen würde den Bauern ein um fünf bis sieben Cent höhrer Preis. Der Markt sei aber sehr sprunghaft und es könne sich schnell etwas ändern. Allerdings betont Mader: „Biomilch ist ein Erfolgsprojekt. Da passt der Preis.“