Erstellt am 12. Januar 2016, 05:23

von Markus Zauner

Hoffnungen ruhen auf den Semesterferien. Flaues Weihnachtsgeschäft bei Liftbetrieben wegen Schneemangels. Buchungslage für die nächsten Ferien ist aber gut.

Diese Jugendlichen genossen während der Weihnachtsferien das (wetterbedingt) eingeschränkte Skivergnügen bei den Reidlliften in Annaberg. Im Bild: Valerie Heine (vorne, knieend), Vanessa Hofbauer, Sepp Löcker und Magdalena Waschhau (stehend, von links).  |  NOEN, Heidlmair

Das Wetter spielte in den Weihnachtsferien großteils nicht mit: Auf der Mitterbacher Gemeindealpe konnte gar erst am 5. Jänner ein Ski-Teilbetrieb aufgenommen werden, bei den Annaberger Liften waren bis zum selben Tag mangels Schnee auch nur das Förderband und das Kinderland für die Wintersportler in Betrieb. Erst danach ermöglichten Naturschnee und künstliche Beschneiung die Öffnung weiterer Pisten.

Dementsprechend mager fällt die Lifte-Bilanz in den Weihnachtsferien aus — obwohl das Land als Betreiber Flexibilität bewies und in Mitterbach (siehe Zitate-Kasten) sowie Annaberg auch für Wanderer den Lift in Betrieb nahm. „Wir hatten spürbar weniger Gäste als in den Weihnachtsferien 2014/2015“, bestätigt Annabergs Lifte-Chef Karl Weber, ohne sich auf konkrete Zahlen festzulegen. Die angepeilten 100.000 Besucher in der gesamten Wintersaison hat Weber geistig bereits abgehakt. Den Schnitt der letzten Jahre (rund 87.000 Ersteintritte) zu erreichen, sei aber durchwegs noch realistisch, betont Weber — sofern der restliche Winter gut verläuft.

Mitterbach: 30 Prozent weniger Nächtigungen

Die Hoffnungen ruhen bei den Liftbetrieben, aber auch Teilen der Hotellerie nun speziell auf den Semesterferien. Und die aktuelle Buchungslage ist vielversprechend. Am Beispiel des neuen 208-Betten-Hotels in Annaberg: „In den Semesterferien für Wien und Niederösterreich ist das JUFA Annaberg ausgebucht. In der mittleren Ferienwoche (Tirol, Salzburg, Kärnten) gibt es noch ein paar Zimmer, in der dritten Woche (Oberösterreich, Steiermark, Vorarlberg) nur noch ganz wenige“ , rechnet JUFA-Sprecher Volker Höferl zufrieden vor.

„Die Zimmerbelegung betrug 90 Prozent, das entspricht 75 Prozent Bettenauslastung.“ Volker Höferl, JUFA Annaberg

In eine ähnliche Kerbe schlägt Tourismuslady Katalin Burger: „Die Quartiere in Annaberg sind in den Semesterferien sicher schon zu 80 Prozent ausgebucht — die Betriebe direkt bei den Liften sogar zu 100 Prozent, einige Privatzimmervermieter haben aber noch etwas anzubieten.“

Die Buchungslage für die Semesterferien stuft Tourismusobmann Ernst Zuser auch für Mitterbach als „sehr gut“ ein. Sein eigenes Gästehaus sei bereits restlos ausgebucht, in ganz Mitterbach schätzt Zuser, dass aktuell noch rund 20 Prozent der Quartiere frei sind. Mit einem „blauen Auge“ ist die Hotellerie in Mitterbach in den Weihnachtsferien davongekommen. Zuser nennt im NÖN-Gespräch im Vergleich zu 2014/2015 ein Nächtigungsminus von rund 30 Prozent. Auffallend laut Tourismusobmann: „Die Gäste sind wegen des Schneemangels kürzer geblieben.“

1.600 Übernachtungen im JUFA Annaberg

Eine sehr gute Auslastung in den Weihnachtsferien bejubelt hingegen das JUFA Annaberg. „Die Zimmerbelegung betrug 90 Prozent, das entspricht 75 Prozent Bettenauslastung, da nicht jedes Zimmer komplett belegt wird“, erklärt Volker Höferl. Stornierungen gab es überhaupt nur fünf. Im Detail meldet das neue Annaberger Top-Hotel im Zeitraum 23. Dezember bis 6. Jänner 1.600 Übernachtungen.

Die Gründe für das gute Abschneiden in den Weihnachtsferien liegen für Höferl auf der Hand: „Schneemangel ist kein Rücktrittsgrund von einer Buchung. Die Kids haben im JUFA Annaberg mit Kleinsporthalle, Kinderspielbereich indoor oder Wasserspielbereich ohnehin ausreichend Beschäftigung.“

Und: „Das Team und die gesamte Region haben wirklich toll reagiert und für die verhinderten Skifahrer ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Alternativprogramm mit Wanderungen und Sondervorstellungen im Weißen Zoo etc. gestaltet“, lobt Höferl.