Erstellt am 31. August 2016, 06:00

von Gila Wohlmann

Bodenmarkierungen für mehr Biker-Sicherheit. Pilotprojekt des KfV soll das Kurvenfahrverhalten von Motorradfahrern sicherer machen. Dieses wird auf B 21 getestet.

Durch diese Bodenmarkierungen sollen die Unfälle am Ochsattel in einem bestimmten Streckenabschnitt sicherer werden. Übrigens: 2015 verloren österreichweit 83 Menschen ihr Leben bei Motorradunfällen. Mehr als 4.100 Menschen wurden schwer verletzt.  |  KfV

„Alles, was den Straßenverkehr sicherer macht, begrüßen wir natürlich!“ Da sind sich Bezirkspolizeikommandant Michael Hochgerner, Ferdinand Zuser, Leiter der Landesverkehrsabteilung der Landespolizeidirektion NÖ, und Lilienfelds Bezirkshauptmann Franz Kemetmüller einig.

Auf der B 21, der Ochsattelstraße, wird im Bereich des Straßenkilometers 62,3 mittels einer neuen Bodenmarkierung ein Pilotprojekt des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) getestet. Anlass sind die häufigen Bikerunfälle mit ähnlichem Unfallhergang. Das KfV hat evaluiert: Zumeist unbewusst lassen sich viele Motorradfahrer durch die Mittellinie zu einer falschen, gefährlichen Fahrlinie verleiten. Die Folge: Kollisionen mit dem Gegenverkehr oder Ausweichmanöver, die zum Sturz führen.

Erste Versuche zeigen positive Auswirkungen

Das neue Projekt der KfV-Unfallforschung soll nun – mit einfacher Farbe – das Kurvenfahrverhalten von Motorradfahrern sicherer gestalten. Neue zusätzlich aufgebrachte Bodenmarkierungen leiten Motorradfahrer weg von der gefährlichen Kurvenlinie.

„Um eine Kurve mit genügend Sicherheitsreserven passieren zu können, ist es essenziell, nicht zu früh einzulenken und den Scheitelpunkt eher zum Kurvenausgang zu verlegen“, so Klaus Robatsch, Forschungsleiter im KfV. Und genau hier setzt das neue Pilotprojekt an. Erste Versuche in Kärnten zeigen positive Auswirkungen: Eine überwältigende Mehrheit der Zweiradfahrer folgte dieser Fahrlinie.

Neun neue Teststrecken wurden mit solchen Zusatzmarkierungen ausgestattet. Der derzeit einzig weitere Abschnitt, wo das neben der B 21 in Niederösterreich noch umgesetzt wird, ist auf der B 25, der Erlaufstraße, bei Straßenkilometer 67,1. „Wir haben uns das Unfallgeschehen der letzten fünf Jahren angeschaut“, erklärt Florian Schneider vom KfV, wieso die Wahl auf diese Strecken fiel. Das Pilotprojekt wird bei Erfolg auf weitere Gefahrenstellen ausgedehnt.