Erstellt am 02. November 2015, 08:26

von Astrid Krizanic-Fallmann

Honigkönigin: "Wunsch ging in Erfüllung". Als "Mariazellerland Honigkönigin" will Anna-Maria Hollerer auf die wichtige Rolle der Bienen für eine intakte Umwelt und die Bedeutung der Imker aufmerksam machen.

Schon als Kind stand für Anna-Maria Hollerer fest, dass sie auch einmal »Mariazellerland Honigkönigin« sein möchte.  |  NOEN, Foto: Reinhold Weber

Die 15-jährige Anna-Maria Hollerer aus St. Sebastian wurde Anfang Oktober beim „Bienensilvester“ in Mitterbach zur „Mariazellerland Honigkönigin“ ernannt.

NÖN: Warum haben Sie diese Funktion angestrebt?
Anna-Maria Hollerer: Es ist zwar klischeehaft, aber zu meiner Kindergartenzeit war ich immer von Prinzessinnen und Königinnen fasziniert. Deshalb war mir immer klar: Ich will Prinzessin werden! Mittlerweile weiß ich, dass dies ein unerreichbarer Berufswunsch ist. Trotzdem bewundere ich heute noch alle Prinzessinnen und Könige. Egal, ob amtierende Hoheiten wie die Queen oder eine Produktkönigin. Als die erste „Mariazellerland Honigkönigin“ gekrönt wurde, stand für mich fest, dass ich auch einmal dieses Amt übernehmen möchte. Es ist ein Kindheitswunsch, der nun in Erfüllung gegangen ist. Ich lebe im wunderschönen St. Sebastian, jetzt durch die Gemeindefusionierung Mariazell, auf einem Bauernhof mit Grünlandwirtschaft und Milchviehhaltung. Und hier gehören Bienen einfach dazu.

Seit wann gibt es die „Mariazellerland Honigkönigin“?
Die erste wurde vor sechs Jahren gewählt. Der Bienenzuchtverein Mariazell hat damals eine Repräsentantin für die wunderschöne, naturbelassene Region Mariazellerland, für den Verein und die Imker und deren Produkte gesucht. Viele kennen die Mariazeller Basilika, den Erlaufsee und die Bürgeralpe. Jedoch wird häufig vergessen, dass das Mariazellerland fernab von Industrie eine atemberaubende einzigartige Kultur- und Naturlandschaft bietet. Deren Erhalt ist auf die Bestäubungstätigkeit unserer Bienen zurückzuführen. Man sollte bedenken, dass der Mariazeller Bienenzuchtverein mit seinen über 500 Bienenvölkern Wesentliches dazu beiträgt.

Wie lange dauert die Funktionsperiode?
Voraussichtlich drei Jahre. Natürlich sind Änderungen vorbehalten. Meine Vorgängerin durfte sechs Jahre das Ehrenamt ausüben.

Welche Aufgaben haben Sie?
Die „Mariazellerland Honigkönigin“ vertritt das gesamte Mariazellerland bei diversen Festen und Veranstaltungen, wie etwa dem „Königlichen Festival im Blütenzauber“ in Südtirol, der Einladung des Bundespräsidenten Heinz Fischer anlässlich des Ambrosius-Tages im Dezember, des Schutzpatrons der Imker und Bienen, oder beim Mariazeller Advent. Ich persönlich freue mich schon auf diese Herausforderung und nehme jede Einladung dankend an, um auf die Bedeutung der Imker und deren Bienen aufmerksam zu machen.

Was verstehen Sie darunter?
Ein ganz besonderes Anliegen ist mir, das weltweite Bienensterben in das Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen und diese zu einem Umdenken zu bewegen. Bereits Albert Einstein sagte: Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Wenn die Bienen wirklich aussterben würden, gäbe es einerseits keine Bienenprodukte mehr, andererseits würde die gesamte Menschheit aussterben, da die Bienen einfach eine zu wichtige Rolle für eine intakte Umwelt spielen.

Gehen Sie noch in die Schule und haben Sie auch andere Hobbys?
Zurzeit besuche ich in der HTBL Kapfenberg die 2. Klasse des Fachzweiges Mechatronik, als einziges Mädchen. In meiner Freizeit betreibe ich Sport oder musiziere. Ich spiele Querflöte und Gitarre. Meine größte Leidenschaft ist aber das Theaterspielen. Ich bin Mitglied der Landjugend Mariazellerland, des Mariazeller Theatervereins und des Musikvereins Gußwerk. Weiters bin ich auch in der Schulband tätig.