Erstellt am 15. Oktober 2015, 05:02

von Astrid Krizanic-Fallmann

Hüttenwirt hört auf. Zu Jahresende geht Martin Schacherl nach zehn Saisonen in Pension. Mit der Reisalpe verbindet er schöne Erinnerungen.

Mit Leib und Seele Wirt ist Martin Schacherl (2. von links). Helfende Hände am Sonntag waren Rosi und Sepp Eigelsreiter sowie Manuela Käfer (2. von rechts).  |  NOEN, zVg

Die letzte Bergmesse als Hüttenwirt auf der Reisalpe feierte Martin Schacherl am vergangenen Sonntag. Mit Jahresende nimmt er seinen Hut.

„Es war eine schwierige Entscheidung, aber ich werde nächsten März 62 Jahre alt und kann in Pension gehen“, begründet Schacherl seinen Abschied. 2006 hat er das ÖTK-Haus am Kleinzeller Hausberg übernommen. Damals seien er und seine Gattin in Türnitz mit der eigenen Schutzhütte und ihrem Gasthaus durch das Lift-Aus am Eibl in eine „existenzbedrohliche Situation“ geraten. „Mit der Reisalpe konnten wir uns über Wasser halten.“

Gipfelkreuz erst 2008 als Spende aufgestellt

Dort ist Schacherl nunmehr die zehnte Saison um das Wohl der Gäste bemüht. Dass das kulinarische Angebot über das „normale Programm“ hinausreicht, war dem „Genusswirt der Region Voralpenwild“ wichtig. Verwendet werden auch Rindfleisch von Bauern aus der Umgebung und heimische Säfte. Die Küche lockte nicht nur Wanderer an, sondern brachte genauso Hochzeiten, Sponsionen und Geburtstagsfeiern auf den Kleinzeller Hausberg. Da die Volksmusik ebenfalls ein Anliegen von Schacherl ist, führte er die Reihe „Klingende Almen“ auf der Reisalpe weiter.

"Schöne Erinnerungen an das Leben in der Natur“

Diese ist für ihn ein „attraktiver Standort mit dem 360-Grad-Rundblick, den tollen Wanderwegen und Übertritten zu den anderen Bergen wie etwa der Hinteralm“. Viermal im Jahr ist übrigens bei Veranstaltungen eine Zufahrt mit dem Auto über das Dürrental möglich. Viele „schöne Erinnerungen an das Leben in der Natur“, darunter die „Sonnenauf- und -untergänge oder die Birkhahnbalz“ verbindet der Hüttenwirt mit der Reisalpe.

Zu Dank verpflichtet fühlt sich Schacherl, der seit 2007 weiters Bezirksjägermeister ist, nicht nur seinen Stammgästen und Grundnachbarn für die Unterstützung, sondern auch seiner langjährigen Mitarbeiterin Rosi Eigelsreiter. „Sie hat mit ihrem Sepp schon am Eibl geholfen“, schätzt er das Ehepaar.

Und was ihn noch besonders freut: 2008 bekam die Reisalpe ein Gipfelkreuz. „Wolfgang Grössenbrunner spendete es, weil er 40 Mal heroben war. Das Bundesheer stellte das Gipfelkreuz neben dem Marterl auf“, erzählt Schacherl.