Erstellt am 03. März 2016, 04:59

von Claudia Stöcklöcker

Hunde tagelang eingesperrt. Weil 52-Jährige drei Hunde einige Tage lang alleine zuhause ließ, landete sie auf der Anklagebank. "In einem qualvollen Zustand waren die Tiere nicht", sagt Richter.

 |  NOEN, Symbolbild

 „Was hätte ich denn machen sollen? Ich musste dringend einem kranken Bekannten in Wien helfen“, entrüstet sich eine 52-Jährige aus Hainfeld vor dem Richter.

Ihre drei Hunde ließ die Frau im Juli letzten Jahres tagelang eingesperrt zu Hause alleine zurück, wegen Tierquälerei landete sie auf der Anklagebank.

"Es schaut aus, als hätte der Blitz eingeschlagen.“

„Bei uns ist der Wasserboiler geronnen, da war ein 15-Liter-Kübel drunter, der war immer voll mit Wasser. Dreieinhalb Kilo Dosenfutter und Trockenfutter habe ich hingestellt“, erklärt die Angeklagte. „Sehr warm wird es gewesen sein im Haus bei einer Außentemperatur von 30 Grad“, wettert der Richter. Und meint bei der Betrachtung von Fotos: „Die Räume sind hochgradig mit Kot und Urin verschmutzt und es schaut aus, als hätte der Blitz eingeschlagen.“

Schwindeln bei einer polizeilichen Einvernahme, nachdem aufmerksame Anrainer den Fall ins Rollen gebracht hatten, sollte dann der Stiefsohn der Angeklagten. „Ich sollte bei der Polizei erzählen, dass ich mit der Obsorge der Hunde beauftragt war“, erklärt dieser Zeuge.

Der Richter stellt fest: „Den Hunden scheint es zwar nicht besonders gut gegangen zu sein, in einem qualvollen Zustand waren die Tiere aber offensichtlich nicht. Letzteres wird ohne veterinärmedizinisches Gutachten schwer zu widerlegen sein.“

Den Anklagepunkt Tierquälerei scheidet er somit aus. Wegen der Anstiftung zur falschen Beweisaussage setzt es für die 52-Jährige fünf Monate bedingt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Im Besitz der Hunde ist die 52-Jährige übrigens nicht mehr, und ob der Prozess wegen Tierquälerei fortgesetzt wird, steht noch nicht fest.