Erstellt am 02. Februar 2016, 05:58

von Claudia Stöcklöcker

Im Suff völlig ausgerastet. Nach Bier, Vodka-Infusionen und Cola-Rum sah 26-Jähriger rot. Seine Freundin malträtierte er und attackierte einen Polizisten. Nun muss er drei Monate ins Gefängnis.

 |  NOEN, Erwin Wodicka - BilderBox.com (Erwin Wodicka - BilderBox.com)

"Wir haben Geburtstag gefeiert. Fünf Bier hab’ ich getrunken, mehrere Vodka-Infusionen, einige Cola-Rum. Ich weiß nur mehr, dass ich dann vor Polizisten am Boden gelegen bin“, sagt ein 26-jähriger Hainfelder vor Richterin Doris Wais-Pfeffer. Im Suff rastete er aus, schlug seine Freundin und attackierte einen Polizisten.

Im Prozess am Landesgericht St. Pölten will das Opfer nur unter Abwesenheit des Angeklagten aussagen. „Weil er sie wieder in Furcht und Unruhe versetzen würde“, so eine Rechtsanwältin. Der Angeklagte muss vor dem Gerichtssaal warten, während die 24-Jährige von Brutalem erzählt.

„Ich will ihn nie wieder sehen“

„Ich will ihn nie wieder sehen“, sagt die junge Frau. Streit habe es öfters gegeben und täglich habe der Angeklagte Alkohol getrunken. Völlig eskaliert sei dann die Situation im Dezember letzten Jahres.

„Zuerst war er ganz normal, dann ist er ausgetickt. Provokant ist er auf mich zu, hat Küchentisch und Sessel durch die Wohnung geschmissen“, erzählt das Opfer.

Und: „Er hat mich an den Haaren gepackt, mir mit flacher Hand einen Brusthammer gegeben. Ich bin gegen ein Kasterl gefallen, hab’ keine Luft mehr bekommen. Dann hat er mich an den Haaren gehalten und meinen Kopf mehrmals gegen das Kasterl geschlagen.“

"Es war chaotisch - er hat gewütet!"

Zeugin der Attacke wurde eine Nachbarin. Sie eilte zu Hilfe. „Ich hab’ in meiner Wohnung gerade das Bett zum Schlafen hergerichtet, da hat plötzlich mein Schrank vibriert. Ich bin einen Stock hinuntergelaufen. Die Wohnung war nicht versperrt, drinnen war alles chaotisch. Er hat gewütet. Ich hab’ versucht, ihn hinaus zu zerren. Nachdem er freiwillig gegangen ist, haben wir zugesperrt und die Polizei verständigt. Er hat gegen die Türe getreten, wir haben gedacht, jetzt fällt der Türstock raus“, so die Zeugin.

Als Polizisten einschritten, setzte der 26-Jährige noch eins drauf. „Er ist auf uns zugetorkelt, war aber friedlich. Weil er keine Schuhe anhatte, ist er in die Wohnung zurück“, sagt ein Polizist. Dort attackierte der 26-Jährige dann einen anderen Exekutivbeamten: „Er hat mich am Kragen gepackt und geschüttelt. Faustschläge konnte ich abwehren. Mein Kollege hat ihn von mir weggerissen. Beide sind gestürzt. Wir haben ihn fixiert.“

„Nach Alkoholkonsum kommen Frust und Zorn ungebremst ans Tageslicht.“ Der Bewährungshelfer des 26-Jährigen im Prozess

„Nach Alkoholkonsum kommen Frust und Zorn ungebremst ans Tageslicht“, meint ein Bewährungshelfer.

Das letzte Wort des Angeklagten: „Man ist jung, man trinkt, man macht Blödsinn, aber das ist keine Entschuldigung.“

Vier einschlägige Vorstrafen hat der Hainfelder zu Buche stehen, nun setzt es ein Jahr teilbedingt, drei Monate davon hinter Gittern. „Damit Sie einmal kapieren, dass es so nicht geht“, sagt die Richterin zum ihm.

Das gefällte Urteil ist nicht rechtskräftig.