Rohrbach an der Gölsen

Erstellt am 28. Juni 2016, 05:30

von Nadja Straubinger

„Schlangen meist ungiftig“ . Experte Georg Jachan berichtete vom Umgang mit Schlangen und über heimische Arten.

Bürgermeister Karl Bader lud den Schlangenexperten Georg Jachan nach Rohrbach für einen Informationsabend ein. Jachan brachte auch schlängelndes Ansichtsmaterial mit. Nadja Straubinger  |  NOEN

Seit drei Wochen ist die entwischte Schlange auf dem Betriebsgebiet der Firma Bichler in Rohrbach ein heiß diskutiertes Thema in der Gemeinde. Bürgermeister Karl Bader lud deswegen den Schlangenexperten Georg Jachan zu einem Infoabend in der Gemeinde ein, denn, so ist Bader überzeugt: „Das Wichtigste ist, zu informieren.“ Seit dem Entwischen der Schlange vom Betriebsareal wurde sie nicht mehr gesichtet. „Wir tendieren eher zu einer heimischen Schlange“, antwortet Jachan auf die Frage eines Rohrbachers. Generell sind 3.500 Schlangenarten bekannt, aber nur zehn Prozent davon sind giftig. „Wenn man eine Schlange sieht, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass diese ungiftig ist“, so Jachan. Dennoch sollte man Vorsicht walten lassen und sich an einige Regeln halten (siehe Infobox).

Wie kommen Exoten nach Österreich?

„Häufig wird in den Medien übertrieben, wenn es um Schlangen geht“, weiß der Schlangenexperte. Es komme aber durchaus hin und wieder vor, dass exotische Schlangen oder Spinnen mittels Container eingeschleppt werden, das bringe die Globalisierung mit sich. Viele dieser Tiere sind sehr gut getarnt und werden dann übersehen. Jachan: „Teilweise werden diese Tiere auch unüberlegt gekauft und dann ausgesetzt.“

Oft sorgen aber auch die heimischen Schlangenarten für Erschrecken. „Die heimischen Arten stehen alle unter Naturschutz“, weiß der Schlangenexperte. Giftigeste heimische Schlange ist die Hornotter. Ihr nördlichstes Verbreitungsgebiet ist allerdings die Grenze zwischen Kärnten und der Steiermark. Weiter verbreitet in Österreich ist die Kreuzotter. „Bei einem Biss besteht kein Grund zur Unruhe“, sagt Jachan und regt mit einem Zitat von Verhaltensforscher Konrad Lorenz zum Denken an: „Das gefährlichste Tier auf unserem Planeten ist der Mensch.“ Im Falle eines Bisses soll der Patient beruhigt und beobachtet werden. Wenig Bewegung und das Absetzen des Notrufes sind die wichtigsten Maßnahmen.

Verwechslungsmöglichkeit mit der Kreuzotter bietet die relativ häufige Glattnatter, sie hat im Gegensatz zur Kreuzotter, die vertikal geschlitzte Pupillen hat, runde Pupillen. Die häufigsten Arten in Rohrbach und Umgebung sind die Ringelnattern, die eine Länge von über zwei Metern erreichen können, und die Äskulapnattern. Letztere sind Kulturfolger und kommen häufig in Obst- und Weingärten vor.

Was tun bei einer Schlangensichtung ?

 

  • Nicht versuchen, die Schlange einzufangen oder zu erschlagen. Die Schlange könnte aus Panik zubeißen.
  • Wichtig ist es, aus sicherer Entfernung viele Fotos zu machen, damit die Art später identifiziert werden kann.
  • Das Tier einsperren, etwa durch Schließen der Fenster, und es beobachten.
  • Alarmierung der Feuerwehr, diese übernimmt dann die weitere Nachalarmierung.

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