Erstellt am 18. Januar 2016, 11:48

von Nadja Straubinger

Insolvenzen: Beratungen und Verfahren gestiegen. Sowohl mehr Private als auch Firmen kamen 2015 im Bezirk in finanzielle Bedrängnis.

 |  NOEN, Erwin Wodicka

Die Privatinsolvenzen im Jahr 2015 sind gestiegen, nicht nur im Bezirk, sondern auch auf Bundesebene. „Im Jahr 2014 wurden von den Gläubigern 60 Prozent an außergerichtlichen Lösungsvorschlägen angenommen. 2015 waren es lediglich 49 Prozent“, berichtet der Geschäftsführer der Schuldnerberatung Niederösterreich, Michael Lackenberger.

„Finanz- sollte Teil der Schulausbildung werden“

Wenn dies nicht möglich sei, aber ein Schuldenregulierungsverfahren möglich ist, bleibt den Betroffenen nur der Privatkonkurs. 191 Beratungen wurden 2015 im Bezirk Lilienfeld von der Schuldnerberatung durchgeführt, 2014 waren es 135. Zwölf Schuldenregulierungsverfahren wurden eingeleitet (2014 waren es acht).

Häufige Ursachen sind Einkommensverschlechterung, Scheidung, gescheiterte Selbstständigkeit und falsches Konsumverhalten. „Finanzausbildung sollte ein Teil der Schulausbildung werden“, so Lackenberger.

Bei den Betrieben waren laut Wirtschaftskammer (WK) sowohl Einpersonenunternehmen als auch Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern betroffen. „Ein Trend lässt sich nicht ableiten“, sagt WK-Obmann Karl Oberleitner. Sechs Betriebe mehr als 2014 haben 2015 im Bezirk Insolvenz angemeldet.

„Die Wirtschaftskammer hilft Firmen, die von Insolvenz bedroht sind, mit einem Bündel von Unterstützungsmaßnahmen“, so WK-Bezirksstellenleiterin Alexandra Höfer. Es gebe individuelle Unterstützung durch fachkundige Beratung.