Erstellt am 18. Oktober 2016, 04:05

von Markus Zauner

Gertraude Steinacher über ihr Amt als Bürgermeisterin. Gertraud Steinacher ist neben Petra Zeh nun die zweite Bürgermeisterin im Bezirk. Der NÖN verrät sie ihre Pläne.

ÖVP-Bürgermeisterin Gertraud Steinacher  |  Markus Zauner

NÖN: Sie wurden mit 10 zu 5 Stimmen (siehe auch Info-Box und Artikel auf Seite 3) zur neuen Ramsauer ÖVP-Bürgermeisterin gewählt. Sind Sie mit diesem Ausgang zufrieden?

Gertraud Steinacher: Ja, ich bin zufrieden. Die Koalition, also SPÖ und FPÖ, hat wie vereinbart mit der ÖVP gestimmt. Dass mich die Bürgerliste nicht wählt, war mir schon im Vorfeld klar.

Wie wollen Sie das angespannte Verhältnis zwischen ÖVP und Bürgerliste verbessern?

Steinacher: Ich werde versuchen, in Vorgesprächen auch die Bürgerlistenmandatare einzubinden, damit sie bei den Gemeinderatssitzungen schon vorinformiert sind.

Mit Ihnen steht nun eine Frau an der Spitze der Kommune und des Gemeinderates: Kann das aus Ihrer Sicht zu einem besseren politischen Klima zwischen den Fraktionen beitragen?

Steinacher: Ja, ich kann mir vorstellen, dass die Opposition einer Frau gegenüber nicht so banale Wortmeldungen tätigt.

„Ob es der Sache dienlich ist, dass die Bürgerliste nach wie vor mit allen ,Hardlinern‘ im Gemeinderat vertreten ist, wird sich weisen.“

Ortschefin Gertraud Steinacher

Wie schätzen Sie aktuell die Chancen ein, dass ÖVP und Bürgerliste vor der nächsten Gemeinderatswahl wieder zu einer Partei verschmelzen?

Steinacher: 50 zu 50. Von uns gibt es das Angebot zur Zusammenarbeit. Kompromissbereitschaft wäre auch seitens der Bürgerliste angebracht. Ob es der Sache dienlich ist, dass die Bürgerliste nach wie vor mit allen „Hardlinern“ im Gemeinderat vertreten ist, wird sich weisen.

Apropos nächster Urnengang: Manche Stimmen prognostizieren schon bald wieder Neuwahlen in Ramsau. Glauben Sie, dass bis zum planmäßigen Ende der Periode 2020 gearbeitet werden kann?

Steinacher: Wir werden uns bemühen und hoffen zumindest auf die Mitarbeit von SPÖ und FPÖ. Sollte es wieder eine Anzeigenflut der Bürgerliste gegen ÖVP-Mandatare geben, wird es schwierig werden, drei Jahre zu arbeiten.

Was sind für Sie die wichtigsten Projekte der Gemeinde, die es bis 2020 umzusetzen gilt?

Steinacher: Da ist der Kindergartenneubau zu nennen. Die Pläne liegen derzeit zur Begutachtung beim Land. Der Baubeginn soll so rasch als möglich erfolgen, voraussichtlich im Frühjahr 2017. Wichtig ist auch die Fortführung der Volksschulsanierung.

Sie brauchen für das Fassen von Beschlüssen im Ramsauer Gemeinderat zumindest eine Stimme einer anderen Partei. Gibt es mit SPÖ, FPÖ oder gar der Bürgerliste Arbeitsüberein kommen?

Steinacher: Schriftliche Übereinkommen gibt es keine. Der Hausverstand der Parteien ist gefragt, damit Mehrheitsbeschlüsse möglich sind.

Kritiker sehen in Ihnen einen verlängerten Arm der Bezirks-ÖVP um Obmann Karl Bader. Ihre Reaktion dazu?

Steinacher: Ich verstehe mich gut mit Bezirksobmann Karl Bader und bin auch froh, dass das Verhältnis zwischen Ramsauer ÖVP und Bezirks-ÖVP wieder funktioniert. Die Entscheidungen in Ramsau wird aber die ÖVP Ramsau treffen.