Lilienfeld

Erstellt am 02. August 2016, 05:14

von Nadja Straubinger

Buschmücke im Anflug. Asiatische Mückenart breitet sich immer weiter in Österreich aus. Ende 2017 werden die ersten Exemplare im Bezirk ihren Blutdurst stillen, prognostiziert Ökologe.

Ende 2018 könnte die Asiatische Buschmücke (Aedes Japonicus) in St. Pölten sein. Ihr Körper ist schwarz, nicht wie bei der geringelten Hausmücke braun. Außerdem hat sie eine weiße Sprenkelung und weiße Ringe an den Beinen. Je nach Ernährung kann sie groß aber auch winzig sein.  |  NOEN, CDC

Die Asiatische Buschmücke ( Aedes japonicus) fliegt auf den Bezirk Lilienfeld zu. Bereits Ende 2017 werden die ersten Exemplare ihren Blutdurst im Bezirk stillen, weiß Populationsökologe Bernhard Seidel.

Noch mehr als ihre einheimischen Verwandten bevorzugt die Art den Menschen als Opfer, sie ist außerdem etwa gegenüber Gelsen im Vorteil, weil sie tagaktiv ist und länger brüten kann – sie beginnt früher und schafft es sogar bis in den November. „Aedes japonicus sind sehr robust. Ihr ursprünglicher Lebensraum erstreckt sich von Nordkorea bis Indonesien“, weiß Seidel.

„Seit 2011 sind alle Prognosen eingetroffen"

Im Mai konnte Seidel die Mückenart bereits in Wiener Neustadt nachweisen. „Seit 2011 sind alle Prognosen eingetroffen“, betont der Populationsökologe, der die Ausbreitung der Asiatischen Buschmücke seither auch in einem wissenschaftlichen Artikel im Journal „Parasites&Vectors“ beschreibt. „Die Art breitet sich selbstständig durch Flugwanderungen aus“, so Seidel. Ein idealer Lebensraum ist der hügelige Dunkelsteinerwald. Aber auch Siedlungen fliegt die Buschmücke an. „Sie sind Kulturfolger, das macht sie so problematisch“, sagt Seidel. Problematisch deswegen, weil die Buschmücke als sogenannter Vektor Krankheitserreger von einem auf den anderen Organismus überträgt.

Dennoch habe Österreich noch immer kein Bewusstsein für Stechmücken, kritisiert Seidel. „In den Siedlungen fördern wir die Ausbreitung der Gelsen“, ist er überzeugt. Für eine Eindämmung müsste mit Wissen der Ausbreitungsmechanismen ein multifunktionelles Konzept erstellt werden, sonst können sich die Tiere massenhaft vermehren. „Kammerjägermethoden sind hier nicht erfolgversprechend.“

Generell warnt der Populationsökologe: „Die Leute sollten sich vor vielen Stechmücken stichen schützen, besonders im Hochsommer, denn da reichern sich die Organismen mit Krankheitserregern an.“