Erstellt am 19. Oktober 2015, 11:37

von Markus Zauner

Japaner lernen von Türnitzer Betrieb. Delegation aus dem fernen Osten absolvierte bei der innovativen Firma TST Seilgeräte Tröstl einen Seilkrankurs.

Die japanische Delegation beim Besuch der TST Seilgeräte Tröstl GmbH in Türnitz mit Firmenchef Johann Tröstl junior (im Schlossergewand), Johann Tröstl senior (hinten, 4. v. r.), Stefan Spinka von der Abteilung Forstwirtschaft der NÖ Landesregierung (2. v. l.), der einen Vortrag zum Thema Forststraßen hielt, Siegfried Sperrer (3. v. l.) von der Forstlichen Ausbildungsstätte (FAST) und Marketing-Verantwortlicher Tina Tröstl. Foto: Schwaiger  |  NOEN, Schwaiger
Die Produktpalette ist vielfältig: Die Türnitzer TST Seilgeräte Tröstl GmbH hat sich zum Spezialisten in der Holzbringung entwickelt.

Mittlerweile werden die innovativen Seilkräne der Firma in aller Herren Länder exportiert. „Unsere Maschinen sind bereits in Österreich, Deutschland, Frankreich, Slowenien, Tschechien, Russland, Italien, Großbritannien, der Schweiz und Slowakei vertreten. In Chile wird gerade ein Laufwagen getestet“, schildert Firmenchef Johann Tröstl junior stolz.

„Das Einzigartige der Seilkrantechnik ist, dass
der Waldboden geschont bleibt und man auch
aus sehr steilen Hängen die Bäume ernten kann.“
Johann Tröstl junior

Aufmerksam wurde auf den mittlerweile zehn Mitarbeiter zählenden Betrieb und seine weltweit einzigartige Technik nun auch der Ferne Osten. Neun Japaner aus der Präfektur Iwate wurden von der Regierung geschickt und absolvierten in der Vorwoche bei der Firma TST einen Seilkran-Schnupperkurs.

Der Hintergrund: In Iwate geht 2016 ein großes Biomasseheizwerk ans Netz, wofür Holz benötigt wird. Die Japaner gastierten in heimischen Gefilden, um festzustellen, ob die Seilkrantechnik für sie das richtige Verfahren zum Brennmaterialernten darstellt.

„Das Einzigartige der Seilkrantechnik ist, dass der Waldboden geschont bleibt und man auch aus sehr steilen Hängen die Bäume ernten kann. Das wäre oft nur mittels Helikopter möglich. Weiters werden solche Maschinen auch in der Ebene, bei feuchten, sumpfigen Böden eingesetzt“, weiß Tröstl.

Konkret inspizierten die Japaner im Bezirk Lilienfeld drei verschiedene Einsätze mit TST-Seilgeräten, darunter den Gebirgsharvester TST 600 des Forstunternehmens Pichler in Kernhof, der momentan am Traisenberg in St. Aegyd stationiert ist.

Diese Woche geht es mit mehr Theorie an der Forstlichen Ausbildungsstätte in Ort bei Gmunden in Oberösterreich weiter. Da werden die Japaner auf ein TST 400 Anhänger-Seilgerät, welches mit einem Stationärmotor angetrieben wird, eingeschult. Es würde freilich nicht verwundern, wenn die Präfektur Iwate bald zu den neuen Abnehmern der TST Seilgeräte Tröstl GmbH zählt. . .

Zum Thema

  • Japan wird zu mehr als 70 Prozent von Wald bedeckt, der Großteil ist Seilkrangelände. Seit einigen Jahren gibt es diesbezüglich einen intensiven Austausch zwischen Österreich und Japan.

  • Neben dem Import von österreichischer Forsttechnik soll auch das österreichische Forst-Schulsystem als Vorlage für Japan dienen. Anfang November findet die Exportinitiative mit Umweltminister Andrä Rupprechter in Nagano statt. Die Firma TST Seilgeräte wird bei diesem Termin Tina Tröstl vertreten.